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Ornithologie: UV-Strahlung verrät fremde Eier

Untergeschoben: Nest mit fremden Eiern
Vögel können fremde Eier im eigenen Nest durch unterschiedliche ultraviolette Spektren erkennen und beispielsweise Kuckucksgelege auf diese Weise aussortieren.

Das erbrachten Versuche von Marcel Honza und Lenka Polaciková von der tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag mit freilebenden Mönchsgrasmücken (Sylvia atricapilla). Die beiden Biologen schoben dazu brütenden Vögeln manipulierte Eier der eigenen Art unter, deren UV-Reflexionsvermögen verändert worden war. Einen Teil der Eier behandelten sie mit einem UV-Blocker, den anderen nur mit Vaseline, das die Reflexion nicht unterdrückt.

Von den 16 Fremdeiern mit Vaseline akzeptierten die Grasmückeneltern elf und entfernten nur fünf, die sie als nicht zur eigenen Brut zugehörig identifizierten. Ganz anders stellte sich die Situation bei den Gelegen mit UV-Blockade dar: Hier erkannten 17 Paare das vermeintliche Kuckucksei und zerstörten es, während es nur elf Tiere akzeptierten. Diese Wahnrnehmungsfähigkeit unterschiedlicher UV-Wellenlängenbereiche könnte den Vögeln also ermöglich, auch tatsächliche Kuckuckseier in ihrem Nest zu erkennen und in der Folge auszusortieren. Als nächstes wollen die Wissenschaftler deshalb erforschen, wie es den Kuckucken (Cuculus canorus) gelingt, ihre Eier nicht nur so ähnlich zu färben wie jene der Wirtsvögel, sondern sie auch noch an den optimalen UV-Bereich anzupassen. (dl)
16.07.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 16.07.2008

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