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Jugendliche: Veränderung macht Mut

Die Erkenntnis, dass sich unsere Persönlichkeit im Lauf des Lebens verändert, kann bei Teenagern Depressivität und Ängste lindern.
Jugendliche liegt auf dem Fußboden

Für Teenager in den Wirren der Pubertät ist es beruhigend zu wissen, dass sich alles noch zum Guten wenden kann. Psychologen der Harvard University untersuchten nun konkret die Wirkung einer kurzen Intervention, die Jugendlichen mit einem erhöhten Risiko für psychische Störungen ein »dynamisches Selbstbild« vermitteln sollte.

Die 96 Teilnehmer hatten sich auf eine Ausschreibung hin gemeldet, in der die Forscher nach 12- bis 15-Jährigen gesucht hatten, die »traurig sind oder sich öfter als andere Sorgen machen«. Die Hälfte der Versuchspersonen absolvierte die etwa halbstündige Therapiesitzung am Computer. Darin ging es vor allem um die Erkenntnis, dass unsere Persönlichkeit wandelbar ist und sich beispielsweise Schüchternheit oder Depressivität bis zum Erwachsensein noch verändern können. Neuroplastizität, also die Formbarkeit des Gehirns, war ebenfalls ein Thema.

Neun Monate später hatten sich im Vergleich zum Beginn der Studie die Werte der Probanden für Depressivität leicht, die für Ängstlichkeit deutlich gebessert. Die Wirkung war stärker als in der Kontrollgruppe, die in einer ähnlichen Intervention dazu ermutigt wurde, häufiger ihre Gefühle auszudrücken.

Die Adoleszenz sei eine Zeit massiver Umbrüche, zugleich erhielten Jugendliche mit ernsthaften seelischen Problemen oft keine professionelle Behandlung, schreiben die Autoren im »Journal of Child Psychology and Psychiatry«. Solche standardisierten Einmal-Interventionen könnten zumindest in leichteren Fällen hilfreich sein beziehungsweise die Wirkung einer regulären Psychotherapie unterstützen.

5/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 5/2018

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