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News: Verdacht: Heliobacter pylori verursacht auch Pankreas-Krebs

Heliobacter pylori könnte ein noch größerer „Bösewicht“ als bisher angenommen sein. Ärzte von der Universitätsklinik für Innere Medizin I der Universität Wien haben deutliche Hinweise dafür gesammelt, daß das Bakterium nicht nur Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüre und Magenkrebs, sondern auch Tumore der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinome) verursacht. Stimmt das, wäre das ein echter Durchbruch im Wissen über diese Form von Krebs.
Dr. Markus Raderer und seine Co-Autoren veröffentlichen ihre Studie in der neuesten Ausgabe von Oncology. Raderer bemerkt dazu: „Das ist allerdings noch ein erster Hinweis auf die Beteiligung von H. pylori am Pankreaskarzinom. Bei dieser Form von Krebs wußte man bisher eigentlich nicht, was da (ursächlich, Anm.) los ist. Unsere Untersuchung reicht noch nicht als Beweis, würden sich die Resultate aber bewahrheiten, wäre das hoch interessant.“

Heliobacter pylori fristete Millionen Jahre lang ein völlig unauffälliges Dasein, bis vor einigen Jahren eine direkte Verbindung zu wiederkehrenden Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwüren beim Menschen belegt wurde. Bei den meisten Patienten mit diesen Leiden läßt sich eine Infektion mit dem Keim nachweisen. Umgekehrt lassen sich die meisten dieser Geschwüre durch eine Antibiotikatherapie heilen. Wiederkehrende Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sind auch ein Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Magenkrebs.

Die Wiener Wissenschaftler starteten von den Erkenntnissen aus Tierversuchen. Raderer: „Man hat an Ratten, bei denen man Heliobacter pylori in die Gallenwege einbrachte, experimentell Tumoren erzeugen können.“

Daraufhin untersuchten die Ärzte am Wiener AKH 92 Patienten mit Pankreaskarzinomen auf eine Infektion mit H. pylori. Gleiches geschah bei 30 Kranken mit Magenkrebs, 35 Personen mit Dickdarmkrebs und 27 gesunden Probanden.

Die Ergebnisse:

– 65 Prozent der Pankreas-Karzinom-Patienten wiesen Antikörper gegen H. pylori in ihrem Blut auf, was auf eine Infektion schließen läßt.

– Ebenfalls zu einem hohen Ausmaß infiziert – 69 Prozent – waren Kranke mit einem Magenkarzinom.

– Bei den übrigen Probanden (Dickdarmkrebs oder gesund) lag die Infektionsrate bei 45 Prozent.

Die Wissenschafter in ihrer Studie: „Unsere Daten deuten auf eine Verbindung zwischen der Heliobacter-Infektion und Pankreaskrebs hin.“ Man müsse das aber noch durch umfangreichere wissenschaftliche Untersuchungen belegen. Bewahrheitet sich dieser Befund, wäre das ein echter Durchbruch in der Erforschung von Pankreas-Krebs. Diese bösartige Erkrankung ist kaum heilbar, weil sie fast immer zu spät erkannt wird. Eine Heliobacter pylori-Infektion ist aber mittlerweile sehr gut behandelbar. Auch an Impfungen wird weltweit intensiv geforscht.

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