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News: Verdrehte Krebse

Einsiedlerkrebse haben einen weichen Körper, den sie in leeren Schneckenhäusern vor Freßfeinden verbergen. Dabei paßt sich ihr Körper den gedrehten Schutzhöhlen an. Doch die Entscheidung, ob Bauch und Schwanz eines Krebses sich links- oder rechtsherum drehen, wird bereits durch die Gene bestimmt, bevor der Krebs sein Heim bezieht.
Alan Harvey vom American Museum of Natural History in New York entdeckte diese genetische Disposition bei seiner Arbeit an Einsiedlerkrebsen (Clibanarius vittatus) (Nature vom 26. März 1998). Das Larvenstadium der Krebse ist noch symmetrisch aufgebaut. Erst bei den jungen Einsiedlerkrebsen tritt die genetische Asymmetrie zutage, selbst wenn sie kein Schneckenhaus bewohnen. Im Vergleich der beiden Körperseiten wächst die rechte Hälfte langsamer als Vorbereitung auf ein Leben in einem entsprechend gewundenen Panzer.

Aber auch die Umgebung nimmt Einfluß auf die Krümmung. Junge Krebse, die in einer Behausung leben, werden immer unsymmetrischer, während ihre obdachlosen Artgenossen sich wieder symmetrischer entwickeln. Bei beiden Gruppen wachsen die linken Körperhälften gleich schnell. Die rechte Seite kann jedoch nur bei Tieren ohne Behausung das Tempo mithalten. Anscheinend kontrolliert das Schneckenhaus das Ausmaß der Asymmetrie, indem das Wachstum der rechten Seite mehr oder weniger unterdrückt wird. Die Richtung der Krümmung ist allerdings genetisch vorgegeben. Bei Einsiedlerkrebsen ist die Asymmetrie also anders verankert als bei den vielen Krebsarten mit asymmetrischen Scheren, die mal Links-, mal Rechtshänder sind.

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