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Tierphysiologie: Vergorene Früchte machen Elefanten nicht betrunken

Zahllose Bilder und Berichte scheinen zu belegen, dass Elefanten durch ihre Vorliebe für die teilweise vergorenen Früchte des Marulabaumes (Sclerocarya birrea) betrunken werden. Dies sei rein rechnerisch aber gar nicht möglich, widersprechen drei britische Biologen. Sie führen das Torkelverhalten der Dickhäuter auf Toxine von verpuppten Käferlarven zurück, die sie beim Fressen der Rinde aufnehmen.

Wenn Alkohol aus den vergorenen Früchten die Elefanten trunken machen sollte, müssten die Tiere ausschließlich davon fressen – und zwar das Vierfache ihrer normalen Nahrungsmenge –, dürften kein Wasser trinken, und der Alkoholgehalt der süßen Kost müsste bei mindestens drei Prozent liegen, errechneten Steve Morris, David Humphreys und Dan Reynolds von der Universität Bristol. Erst dann erreichte der Blutalkoholspiegel Werte, die für einen Rausch typisch sind. Sie halten daher die Toxine der Käferpuppen für die wahrscheinlichere Ursache – diese werden immerhin benutzt, um Pfeilspitzen für die Jagd zu präpieren.

Damit sei allerdings nicht widerlegt, dass die Dickhäuter nicht doch eine gewisse Vorliebe für Alkoholika haben – schließlich statten sie verschiedenen Anekdoten zufolge entsprechenden Verkaufsstellen gelegentlich einen Besuch ab. Und sie lieben ganz klar Marulafrüchte – allerdings vor allem, so lange diese noch am Baum hängen.
08.12.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 08.12.2005

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