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Florida-Sägerochen: Vermehrung ohne Sex

An Floridas Küste leben extrem bedrohte Sägefische. Eine Routineuntersuchung brachte nun Erstaunliches zum Vorschein: Offenbar klonieren sich die einsamen Tiere regelmäßig selbst.
Pristis pectinata

Die Population des Westlichen Sägefischs (Pristis pectinata) gilt als extrem bedroht. Die mit den Rochen und Haien verwandte Art mit den markanten "Sägezähnen" an der Seite des Schwerts kommt nur noch in einigen Flussmündungen vor der Küste Floridas vor. Wissenschaftler, die Erbgutuntersuchungen von 190 Angehörigen dieser urtümlichen Art vorgenommen haben, entdeckten nun ein erstaunliches Ausmaß von ungeschlechtlicher Vermehrung.

Laut den Ergebnissen des Teams um Andrew Fields von der Stony Brook University in New York sind ganze vier Prozent der untersuchten Tiere durch so genannte Jungfernzeugung oder Parthenogenese entstanden. Dabei produziert ein Weibchen auch ohne Paarung mit einem Männchen eine befruchtete Eizelle. Der Nachwuchs ist somit genetisch identisch mit dem Muttertier. Einen solchen Vorgang kennt man schon von einer Anzahl von Tieren, darunter Schlangen und Komodowarane, insgesamt ist er jedoch vor allem bei Wirbeltieren ein seltenes Phänomen – zumindest fällt er nur sehr selten auf, in der Regel dann, wenn Tiere in Gefangenschaft gehalten werden.

Die genetische Vielfalt eines Individuums gibt Aufschluss über den Verwandtschaftsgrad der Eltern. Bei sieben Proben ihrer Sägerochen errechneten die Wissenschaftler einen Verwandschaftsgrad, der sich nicht anders deuten ließ, als dass es sich bei Mutter und "Vater" um ein und dasselbe Tier handelte. Häufig leiden parthenogenetisch erzeugte Nachkommen unter dieser extrem reduzierten genetischen Vielfalt und sind mitunter kaum lebensfähig. Die sieben fraglichen Tiere, die nun Fields und Kollegen ins Netz gingen, seien jedoch allesamt gesund und munter gewesen, so die Wissenschaftler.

Möglicherweise trete das Phänomen daher in freier Wildbahn viel häufiger auf als gedacht, meinen Fields und Kollegen – es könnte sich lohnen, mit vergleichbaren genetischen Suchmethoden dem Phänomen auch bei anderen Tierarten nachzugehen. Dass es bei dem Westlichen Sägerochen so verbreitet ist, könnte daran liegen, dass sich in der extrem ausgedünnten Population vermehrungswillige Pärchen nur selten über den Weg schwimmen. Leider werden die Tiere ihren Bestand mit Hilfe der Parthenogenese nicht auf Dauer sichern können, da sie nicht der genetischen Verarmung entgegenwirkt.

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