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Exoplaneten: Vermeintliche Exoplaneten könnten Doppelsterne sein

Ein Doppelsternsystem
Der Großteil der rund 500 bisher bekannten Exoplaneten wurde mit der Radialgeschwindigkeitsmethode entdeckt. Dieses Verfahren nutzt die Tatsache, dass das Zentralgestirn und sein Planet um ein gemeinsames Massenzentrum kreisen. Durch präzise Messungen der Sternbewegung können Wissenschaftler daher indirekt auf die Existenz von Planeten schließen. In einer Studie untersuchten die Astronomen Helena Morais von der portugiesischen University of Aveiro und Alexandre Correia vom Pariser Institut de Mécanique Céleste et de Calcul des Éphémérides, ob dieser Effekt auch bei Doppelsternen zu finden ist. Vermeintliche Exoplaneten könnten sich dann als Doppelsterne herausstellen.

Ziel der Untersuchung war zunächst das Dreifachsystem HD 188753. Zwei nahe beieinander liegende Sterne Ba und Bb umkreisen sich einmal alle 155 Tage. Ein dritter Stern A umläuft sie wiederum mit einer langen Periode von 25,7 Jahren. Im Jahre 2005 verkündeten Astronomen die Entdeckung eines heißen Jupiter-Planeten im Umlauf um den Stern A. In späteren Untersuchungen ließ sich die Existenz dieses Gasriesen jedoch nicht bestätigen.

Morais und Correia untersuchten nun, ob die Gravitationswirkung zwischen den Sternen fälschlicherweise als ein indirekter Hinweis auf einen Exoplaneten interpretiert wurde. Grundsätzlich könnte das zentrale Doppelsternsystem einen periodisch wiederkehrenden Zug auf den äußeren Stern A ausüben, wenn sich alle drei Sterne auf einer Linie befinden. Dieser Effekt könnte mit der Wirkung eines Exoplaneten verwechselt werden.

Die Modellierung ergab, dass die Wechselwirkung der Sterne als Hinweis auf einen Exoplaneten mit vier Erdmassen in einer Entfernung von 0,38 Astronomischen Einheiten interpretiert werden könnte. Für den fälschlicherweise entdeckten Planeten wurde aber eine größere Masse und eine engere Umlaufbahn angenommen. Die Astronomen können die falsche Entdeckung also nicht auf eine Verwechslung zurückführen. Bei anderen Systemen müssen aber die ähnlichen Auswirkungen von Exoplaneten und Doppelsternen in Zukunft berücksichtigt werden.

Barbara Wolfart

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