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Nicaragua: Vermeintlicher Meteoriteneinschlag lässt Fachleute rätseln

Ein Krater, ein Knall, aber keine Augenzeugen oder Gesteinstrümmer: Ging wirklich ein Gesteinsbrocken aus dem All in der Nähe von Managua nieder?
Kurz vor dem Aufprall

Anwohner hörten einen lauten Knall, die Explosion hinterließ einen zwölf Meter weiten Krater in der Nähe des Internationalen Flughafens von Managua: Schlug dort am vergangenen Samstagabend ein Meteorit ein? Bislang meldete sich trotz des Aufrufs von Wissenschaftlern kein Augenzeuge, der einen hellen Schweif am Nachthimmel gesehen haben könnte – obwohl der Bolide eine entsprechende Leuchtspur hätte verursachen müssen. Sollte es sich tatsächlich um ein kosmisches Geschoss handeln, so könnte er nach Meinung des Astronomen Dan Brown von der Nottingham Trent University von einem Asteroiden namens 2014 RC (Spitzname "Pitbull") stammen, der die Erde wenige Stunden später in einem Abstand von 34 000 Kilometern passierte. Dieser These widersprechen allerdings andere Fachleute wie Richard Binzel vom Massachusetts Institute of Technology vehement. Gegenüber "National Geographic" betont er, dass die Distanz von 2014 RC zur Erde viel zu groß gewesen sei: Einzelne Bruchstücke davon hätten die Erde nicht treffen können.

Unklar ist bislang zudem, ob der mutmaßliche Meteorit noch vor dem Aufprall zerplatzte und die Druckwelle den fünf Meter tiefen Krater schuf oder ob der Gesteinsbrocken direkt auf die Erde traf. Bruchstücke könnten dann im Loch zu finden sein. Sollten sich doch noch Augenzeugen melden oder Fotos der Leuchtspur auftauchen, könnten Astronomen daraus Rückschlüsse auf den Ursprung des Meteoriten und seine Flugbahn ziehen. Angesichts der fehlenden Augenzeugen bezweifelt der NASA-Experte Bill Cooke in seinem Blog allerdings einen Meteoriteneinschlag und vermutet eine andere, aber nicht näher erläuterte Ursache. Möglich wäre beispielsweise die Detonation eines Blindgängers aus dem nicaraguanischen Bürgerkrieg der 1980er Jahre.

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