Verschollene Arten: Dieser Vogel wurde nur zweimal in 100 Jahren gesehen

Manche Vogelarten leben an ausgesprochen schwer zugänglichen Orten, sodass willige Beobachter ungeheure Strapazen auf sich nehmen müssen, um sie zu sehen. Der Burulori (Charmosynopsis toxopei) fällt in diese Kategorie, weshalb er seit seiner Erstbeschreibung 1920 nur ein einziges Mal – im Jahr 2014 – dokumentiert wurde. Einem Team um den indonesischen Naturguide Sumaraja von Birdtour Asia und John Mittermeier von der American Birds Conservancy gelang es nun, die Papageien im schwer zugänglichen Bergland der indonesischen Insel Buru erneut aufzuspüren und zu fotografieren.
Die ersten Exemplare der Art waren im Tiefland und in Bergwäldern an den unteren Hängen der örtlichen Gebirge gesammelt worden, doch selbst intensive Suchen dort spürten die Buruloris nicht mehr auf. Entsprechend wenig ist über die tatsächliche Verbreitung der Vögel und ihr Verhalten bekannt. Die Art galt sogar als vom Aussterben bedroht, weil ihr Gesamtbestand als sehr klein galt. Die Expedition von Sumaraja und Mittermeier führte dagegen in die Hochlagen Burus, nachdem Bergsteiger im Herbst 2025 einen Trail zum höchsten Gipfel der Insel auf 2700 Metern Höhe neu angelegt hatten.
Im Frühling 2026 folgten die Vogelbeobachter dieser Route. Dabei mussten sie sich sechs Tage über scharfkantige Kalkfelsen und dichte Vegetation schlagen, bis sie einen moosüberwucherten Nebelwald mit einzelnen Lichtungen erreichten. Innerhalb weniger Stunden flog den Ornithologen bereits ein kleiner grüner Papagei vor das Fernglas, der als Burulori identifiziert, aber nicht fotografiert werden konnte. Das gelang schließlich zwei Tage später, während die Gruppe sich zum Frühstück versammelt hatte: der erste Nachweis seit 2014 und der zweite überhaupt seit der Erstbeschreibung. Kurz vor Abreise konnten die Beteiligten zudem noch erstmals Lautäußerungen der Papageien aufzeichnen.
Die Vögel leben also offensichtlich in den Hochlagen der Insel, wo sie wegen des erschwerten Zugangs relativ gut geschützt sein sollten. Das Verbreitungsgebiet ist jedoch ziemlich klein, was die Art anfällig für Störungen machen könnte. Andere endemische Arten Burus existieren hingegen im Tiefland, wo große Teile der verbliebenen Regenwälder für den Holzeinschlag oder Bergbau freigegeben sind.
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