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Fäkal-Fossil: Versteinerter Kot enthält Fisch

Katzenbesitzer kennen das Gefühl, sind aber meist weniger begeistert: Fachleute finden die Überreste eines alten Fisches dank einer hochauflösenden Durchleuchtungsmethode.
Eine vage fischförmige Ansammlung von Schuppen, farbig markiert im Tomogramm eines gerundeten Steins

Bei Fossilien denkt man meist an Zähne, Knochen oder zumindest die fossilen Abdrücke einst lebender Tiere. Ihre versteinerten Ausscheidungen, Koprolithen genannt, stehen dagegen bei der Beliebtheit eher in der zweiten Reihe, und das, obwohl sie oft sehr aufschlussreich sind. Die Urzeit-Köttel seien quasi kleine Konservatlagerstätten, deren besondere Bedingungen auch empfindliche Überreste bewahrten, schreibt ein Team um Martin Qvarnström in einer neuen Veröffentlichung zum Thema. In "Scientific Reports" beschreibt die Arbeitsgruppe eine Technik, mit der sie die inneren Strukturen zweier etwa 230 Millionen Jahre alter Koprolithen bis auf einige Mikrometer genau auflöste.

Die jeweils mehrere Zentimeter messenden Hinterlassenschaften aus der Trias im heutigen Polen durchleuchteten Qvarnström und sein Team mit Hilfe von Synchrotronstrahlen, die sich bereits bei anderen Fossilien bewährt haben und im Gegensatz zur klassischen Computertomografie sowohl einen höheren Kontrast als auch eine höhere Auflösung bieten. Dabei entdeckte der Forscher außergewöhnlich gut erhaltene Überreste der Beutetiere – in einem Fall enthielt der Haufen Flügeldecken und Gliedmaßen, die vermutlich von Käfern stammen. Der zweite Koprolith dagegen stammte vermutlich von einem räuberischen Lungenfisch und enthielt neben Muschelschalen die verdauten, aber noch gut erkennbaren Überreste eines etwa fünf Zentimeter langen Fisches.

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