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Schadstoffe : Verursacht Konservierungsmittel aus Shampoos Nervenschäden?

Ein häufig in Shampoos enthaltener antimikrobieller Wirkstoff schädigt nach Ansicht von Forschern der Universität Pittsburgh möglicherweise das Nervensystem. Andere Experten kritisieren die Methode der Wissenschaftler und stellen deren Schlussfolgerungen in Frage.

Der Inhaltsstoff Methylisothiazolinon wird häufig als Konservierungsmittel in wässrigen Lösungen und Emulsionen eingesetzt und gilt als möglicherweise Allergien auslösender Stoff. Bereits vor zwei Jahren hatten die Wissenschaftler aus Pittsburgh darauf hingewiesen, dass sehr hohe Konzentrationen der Substanz Nervenzellen von Ratten in Zellkulturen abtöten können [1]. Nun zeigten sie, dass das normale Wachstum von unreifen Ratten-Gehirnzellen im Laborversuch durch niedrigere Dosen des Mittels verhindert wird [2]. Die dabei eingesetzten Mengen würden denen entsprechen, die auch bei Arbeitern in Methylisothiazolinon verwendenden Produktionsprozessen dauerhaft anfallen könnten. Schwangere Arbeiterinnen vor Ort würden ihren Fötus möglicherweise einem Risiko neuronaler Fehlentwicklung aussetzen.

Andere Toxikologen kritisieren die Arbeit der Forschergruppe. Es sei unwissenschaftlich, von derartigen Laborversuchen auf die mögliche Wirkungsweise einer Substanz im menschlichen Körper zu schließen, bemängelt etwa Tony Dayan von der Universität London. Die Nervenzellen seien bekanntermaßen sehr empfindlich und zudem in Kultur nicht in natürliche Körperschutzmechanismen eingebettet. Sehr viele Substanzen könnten in derartigen In-vitro-Experimenten ähnlich toxisch erscheinen.

Methylisothiazolinon wird in vielen Körperpflegeprodukten zur Konservierung gegen Bakterien sowie in industriellen Kühlmitteln eingesetzt. Auch die Forscher der Universität Pittsburgh halten weitere Teste und Tierstudien für notwendig, um das Gefährdungspotenzial der Substanz besser einordnen zu können.

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