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Asteroidenforschung: Vesta rückt näher

Anflug auf Vesta
Noch rund drei Wochen wird es dauern, bis die US-Raumsonde Dawn am 16. Juli 2011 in eine weite Umlaufbahn um den Hauptgürtelasteroiden Vesta eintritt. Derzeit befindet sie sich in langsamem Anflug auf den rund 530 Kilometer großen Himmelskörper und funkt Bilder zu Navigationszwecken zur Erde. Die Aufnahmen belegen, dass die Sonde ihren Kurs auf Vesta exakt einhält.

Die nun von der NASA freigegeben Aufnahmen erreichen eine Auflösung von rund 20 Kilometern pro Bildpunkt, sie sind damit deutlich schärfer als die besten Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble, die maximal eine Auflösung von 45 Kilometern pro Bildpunkt aufweisen. Nun zeigen sich erstmals Andeutungen geologischer Strukturen auf dem Himmelskörper, die den Wissenschaftlern des Dawn-Projekts derzeit noch Rätsel aufgeben.

Im Juli wird Dawn in eine Umlaufbahn in 2700 Kilometer Entfernung zur Oberfläche des Asteroiden eintreten und damit beginnen, seine Oberfläche systematisch zu kartieren. Zum Zeitpunkt der hier präsentierten Aufnahmen befand sich die Sonde 190 000 Kilometer (50 Prozent der Entfernung der Erde zum Mond) von Vesta entfernt.

Dass die Bilder noch vergleichsweise wenige Details der Oberfläche enthüllen, liegt daran, dass die beiden in Deutschland beim Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung entwickelten Framing Cameras vor allem für die Beobachtung aus der Nähe optimiert wurden. Die Eigenschaften der Objektive mit einer Brennweite von 150 Millimetern und einer Öffnung von zwei Zentimetern entsprechen denjenigen eines schwachen Teleobjektivs für die Kleinbildfotografie.

Nach einigen Wochen im weiten Orbit wird die Umlaufhöhe von Dawn weiter auf 680 Kilometer abgesenkt, um eine erste topografische Karte des Himmelskörpers aufzunehmen, wozu Vesta in Farbe und dreidimensional erfasst werden soll. Danach pirscht sich die Sonde bis auf einen Abstand von 200 Kilometern an den Asteroiden heran und analysiert mit einem Gammastrahlenspektrometer die mineralogisch-chemische Zusammensetzung seiner Oberfläche. Dann ließe sich endgültig die Frage klären, ob Vesta wirklich die Quelle besonderer Meteorite ist, nämlich der Howarditen, Eukriten und Diogeniten. Bestätigt sich dieser Zusammenhang, dann halten wir bereits jetzt Bodenproben von Vesta in Händen.

Tilmann Althaus

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  • Quellen
NASA und MPS, 24. Juni 2011

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