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Verhaltensforschung: Video: Koten sich Pinguine den Nistplatz frei?

Pinguine in der Antarktis versammeln sich in riesigen Kolonien, um zu brüten. Ihre Ausscheidungsprodukte könnten den Nistplatz erst frei legen.
Pinguine

Die Pinguine der Antarktis brüten in riesigen Kolonien, was ihnen Schutz vor Fressfeinden und den harschen Wetterbedingungen bietet. Doch die Massenansammlung könnte vielleicht noch einem weiteren, unbewussten Zweck dienen, wie Zeitrafferaufnahmen von rund 175 000 Bildern aus Überwachungskameras an den Kolonien andeuten: Der dunkle Kot der Tiere begünstigt die Schneeschmelze im einsetzenden Frühling und sorgt dafür, dass die felsigen Brutplätze an der Küste zeitiger frei gelegt werden als die Umgebung. Zumindest vermuten das Biologen um Tom Hart vom Department of Zoology der University of Oxford, die das CitizenScience-Projekt Penguin Watch betreuen: Bislang 1,5 Millionen Freiwillige weltweit arbeiteten sich durch die tausenden Bilder, welche die Überwachungskameras der Forscher in der Antarktis bislang aufgezeichnet hatten. Sobald sie etwas Ungewöhnliches beobachteten, sollten sie diese Bilder markieren, so dass die Biologen sich diese Fotos gezielt ansehen konnten.

© Oxford Science Blog
Pinguinkot für die Nistplatzfreiheit

Dabei zeigte sich rasch, dass sich Esels- oder Adeliepinguine zeitig vor Brutbeginn in ihren Kolonien versammeln und dabei natürlich auch massenhaft ihre Verdauungsprodukte ausscheiden. Der dunkle Kot bedeckt rasch den hellen Schnee und verringert damit zudem die Albedo dieser Areale: Sie reflektieren weniger der im Frühling beginnenden Sonneneinstrahlung ins All, sondern wandeln sie in Wärmeenergie um – die verkoteten Plätze heizen sich schneller auf als der umliegende Schnee. Zusammen mit der Wärmeenergie der Ausscheidungen selbst taut der Effekt den Standort schneller auf und legt den felsigen Untergrund frei, auf dem die Vögel nisten. Mittlerweile haben die Forscher weitere Kameras installiert, die im Lauf des Jahres mehr als eine halbe Million Bilder knipsen sollen. Damit wollen Hart und Co herausfinden, wie oft die Pinguine ihre Küken füttern und wie oft sie deswegen in See stechen müssen – Daten, die sie bisher nur bei einzelnen Tieren mit Hilfe von GPS-Sendern erfassen konnten. Teilnehmer am Projekt können übrigens eine Reise in die Antarktis gewinnen, um "ihre" Pinguine dann in echt beobachten zu können.

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