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Aids-Bekämpfung: Viel versprechender HIV-Impfstoff wirkungslos

Ein gerade in Südafrika angelaufener, als Erfolg versprechend eingestufter Impfstofftest zum Schutz gegen Aids musste nun abgebrochen werden. Vorläufige Analysen hatten ergeben, dass das Vakzin "V520" entgegen der Erwartungen weder eine Ansteckung verhindert noch die Virenzahl im Körper nach einer Infektion senkt, berichten die für die Durchführung zuständigen Wissenschaftler.

Das entwickelnde Pharmaunternehmen Merck hatte in das auch als MRKAd5 bekannte Mittel große Hoffnungen gesetzt, nachdem der Wirkstoff in ersten klinischen Tests Abwehrreaktionen des Körpers verstärkt hatte. Basis der Vakzine sind drei Gene der Subtyp-B-Variante des Aids-Erregers, die mit Hilfe eines harmlosen Schnupfen-Adenovirus in den Körper der Geimpften eingeschleust werden. Dadurch sollte eine zielgerichtet gegen das HI-Virus angekurbelte Attacke durch so genannte CD8-T-Zellen ausgelöst werden.

Die Auswertung vorläufiger Daten von 1500 Studienteilnehmern einer ersten Studienphase – alles gesunde Erwachsene aus Gebieten mit hoher Ansteckungsgefahr – ergab nun aber, dass sich geimpfte Probanden anschließend ebenso häufig mit HIV infizierten wie Teilnehmer, die eine Placebo-Impfung erhalten hatten. Die Virenlast bei geimpften Infizierten war zudem nicht geringer als bei ungeimpften.

Mit dem angesichts dieser Daten nun abgebrochenen Test in Südafrika, einer unter dem Namen Phambili firmierenden Phase-II-Studie mit bis zu 3000 Personen, sollte die Wirksamkeit der Impfung gegen dem Viren-Subtyp C überprüft werden, der in Afrika verbreitet ist. Südafrika ist eines der am stärksten betroffenen Länder, hier war im vergangenen Jahr nach UN-Schätzungen jeder neunte infiziert. Insgesamt waren 2006 39,5 Millionen Menschen HIV-positiv, fast 3 Millionen starben an der Immunschwächekrankheit. "Leider bleibt die Entwicklung eines Aids-Impfstoffes eine der größten Herausforderungen, denen die moderne Medizin sich stellen muss", kommentiert der Merck-Forschungsdirektor Peter Kim. (jo)

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