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Sommerloch heute: Viele Schwimmer, viele Erreger

Was Freibadverächter und Badeweihermuffel schon lange vermuteten, scheint jetzt belegt zu sein: Die Belastung von öffentlichen Badegewässern mit Krankheitserregern ist dann am größten, wenn sich besonders viele Schwimmer im Wasser tummeln. Vorhandene Parasiten etwa gelangen aus den aufgewirbelten Sedimenten ins Wasser, vermuten Thaddeus Graczyk und seine Kollegen von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore. Die beiden Protozoen Cryptosporidium parvum und Giardia lamblia können Durchfallerkrankungen auslösen und sind besonders für Menschen mit schwachem Immunsystem gefährlich.

Die Forscher hatten im Sommer 2006 über elf Wochen hinweg jeweils mittwochs und samstags das Wasser an einem beliebten Badestrand in Maryland untersucht. Zusätzlich protokollierten sie stets die Zahl der Menschen im Wasser und stellten fest: An Samstagen fiel der Andrang stärker aus als unter der Woche. Zugleich waren die am Wochenende gezogenen
Auch die Wissenschaft kennt ein Sommerloch. Mehr und mehr fluten dann Ergebnisse die Medien, die sonst kaum den Weg in die Berichterstattung finden. Mit der Reihe "Sommerloch heute" möchten wir Ihnen eine Auswahl präsentieren.
Proben trüber und wiesen einen deutlich höheren Gehalt an Parasiten auf als jene vom Mittwoch.

Aus ihrer Studie leiten die Wissenschaftler mehrere Empfehlungen ab: Zum einen sei es wichtig, gerade dann die Qualität von Gewässern zu kontrollieren, wenn die Zahl ihrer Nutzer am größten ist. Weiterhin sollte Trinkwasser aus Flüssen am besten nur stromaufwärts von der Badestelle gewonnen werden. Und schließlich müsste die Zahl der Besucher begrenzt werden, damit möglichst wenig Sediment aufgewühlt wird.

Wer dennoch nicht auf ein Bad in freier Natur verzichten möchte, sollte also möglichst unter der Woche gehen und beim Plantschen nicht zu viel Schmutz aufwirbeln. (map)
04.07.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 04.07.2007

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