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Vielfalt des britischen Erbguts gesunken

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Die Briten mögen zwar ein Inselvolk sein, in Abgeschiedenheit haben sie nie gelebt. So kamen schon in den ersten Jahrhunderten n. Chr. viele Römer ins Land, später auch die germanischen Angeln, Sachsen, Jüten und Friesen – eine Bereicherung auch im genetischen Sinne. Denn diese Durchmischung der Kulturen, da waren sich die Forscher bisher jedenfalls weithin einig, muss im Lauf der Generationen im Erbgut der Briten eine größere Vielfalt hervorgebracht hat.

Doch als Wissenschaftler der University of Durham jetzt das Erbgut von heutigen Briten mit dem ihrer vor 1000 bis 1700 Jahren verstorbenen Landsleute verglichen, stellten sie fest, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Offensichtlich hat die genetische Diversität der Inselbewohner im Laufe des letzten Jahrtausends sogar abgenommen.

Eine Erklärung für ihren überraschenden Befund liefert den Forschern um Ana Töpf die Große Pest, die im 14. Jahrhundert fast die Hälfte der europäischen Bevölkerung dahinraffte. In den Dörfern lebten zu dieser Zeit meist eng miteinander verwandte Familien. Manche davon löschte die Krankheit komplett aus, andere Familien waren jedoch gegen die Pest immun – sie überlebten und ersetzten nach Abklingen der Seuche die ausgestorbenen Abstammungslinien mit ihrem eigenen Erbgut.

Die Forscher hatten die mitochondriale DNA längst Verstorbener mit der heutiger Briten verglichen. Diese Form der DNA wird nur von der Mutter vererbt und mutiert mit einer sehr konstanten Rate. Anhand von Ähnlichkeiten oder Unterschieden lässt sich auf diese Weise der Verwandschaftsgrad von Individuen einschätzen. Bei der Untersuchung zeigte sich, dass es damals nicht nur mehr Abstammungslinien gab als im heutigen Großbritannien, sondern auch mehr, als gegenwärtig in ganz Zentraleuropa verbreitet sind.

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