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Paläoanthropologie: Vier Millionen Jahre alte Hominidenfossilien in Äthiopien gefunden

Anthropologen aus den USA und aus Äthiopien haben im Februar in der nordöstlichen Afar-Region Überreste von zwölf Vormenschen gefunden, deren Alter sie auf 3,8 bis 4 Millionen Jahre schätzen. Der Fundort liegt nur 60 Kilometer von der Stelle entfernt, wo 1974 das fast vollständige Skelett von Australopithecus afarensis – besser bekannt unter den Namen "Lucy" – ausgegraben worden ist.

Nach Aussagen der Wissenschaftler um Bruce Latimer vom Naturhistorischen Museum in Cleveland und Yohannes Haile-Selassie vom äthiopischen Nationalmuseum in Addis Abeba könnte es sich um den bisher ältesten Nachweis für einen aufrechten Gang von Vorfahren des Menschen handeln. Insbesondere der Knöchel des Wesens, das wissenschaftlich noch nicht klassifiziert werden konnte, deute darauf hin. Desweiteren konnten die Paläontologen ein komplettes Schulterblatt und ein Schienbein, Teile eines Oberschenkels sowie Rippen, Wirbel, Beckenknochen und ein Schlüsselbein bergen.

Der bisher noch nicht wissenschaftlich publizierte Fund wäre deutlich älter als "Lucy", die auf 3,2 Millionen Jahre geschätzt wird und mit ziemlicher Sicherheit bereits aufrecht ging. Beim viereinhalb Millionen Jahre alten Ardipithecus ramidus ist der aufrechte Gang umstritten. Allerdings wird auch bei den noch älteren Orrorin tugenensis (sechs Millionen Jahre) und Sahelanthropus tchadensis (sieben Millionen Jahre) ein aufrechter Gang diskutiert.

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