Direkt zum Inhalt

STIKO: Vierte Corona-Impfung nun für alle Menschen ab 60 Jahren empfohlen

Die STIKO rät allen Menschen ab 60 Jahren ab sofort zur zweiten Booster-Impfung – sofern die letzte Immunisierung oder Infektion mindestens sechs Monate zurückliegt. Auf angepasste Impfstoffe gegen die Omikron-Variante solle man nicht warten.
Eine Frau erhält nach der Impfung ein Pflaster auf die Einstichstelle.
Personen ab 60 können sich nun den zweiten Booster gegen Covid-19 holen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine zweite Corona-Auffrischimpfung nun offiziell auch für Menschen ab 60 Jahren. Menschen in dieser Altersgruppe und im Alter ab fünf Jahren mit einem erhöhten Risiko für schwere Covid-19-Verläufe infolge einer Grunderkrankung sollten einen weiteren Booster erhalten, hieß es in einer Mitteilung des Gremiums vom Donnerstag. Die STIKO erweitere ihre bisherige Empfehlung »mit dem primären Ziel, besonders gefährdete Personen noch besser vor schweren Covid-19-Erkrankungen und Covid-19-bedingten Todesfällen zu schützen«.

Angeraten sei der weitere Booster, vorzugsweise mit einem mRNA-Impfstoff, nach »drei immunologischen Ereignissen« – etwa nach Grundimmunisierung und erster Auffrischimpfung oder Grundimmunisierung und Sars-CoV-2-Infektion. Bedingung für die zweite Auffrischimpfung ab 60 sei im Regelfall, dass die erste Booster-Impfung oder die letzte Corona-Infektion mindestens sechs Monate her sei. Nur in begründeten Einzelfällen könne der Abstand auf vier Monate reduziert werden, so die STIKO.

Bislang hatte die Kommission den zweiten Booster bereits schon folgenden Gruppen empfohlen: Menschen über 70 Jahren, Menschen in Pflegeeinrichtungen, Menschen mit Immunschwäche und Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Covid-19-Verläufe sowie Beschäftigten in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen.

Nun betonte das Gremium, durch eine zweite Auffrischimpfung in der erweiterten Gruppe werde für diese Menschen »weiterhin ein sehr hoher Schutz gegen schwere Covid-19-Verläufe erzielt«. Die genannten Risikogruppen sollten also nicht auf einen an die Omikron-Variante angepassten Impfstoff warten und eine Impfung verschieben, hieß es.

Keine Impfempfehlung für Menschen unter 60 und Personen, die bereits viermal mit dem Virus Kontakt hatten

Gesunden Menschen unter 60 Jahren wird vorerst explizit nicht noch ein Booster angeraten. »Diese Personengruppe würde nach derzeitigem Kenntnisstand von einer weiteren Impfstoffdosis nicht nennenswert profitieren.« Eine Ausnahme bilde das Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen, für die der zweite Booster schon empfohlen ist, so die STIKO.

Auch Menschen mit bereits vier »immunologischen Ereignissen« in einem gewissen Abstand sollen erst einmal keine weitere Auffrischimpfung erhalten. Bei besonders Gefährdeten wie Hochbetagten könne aber individuell entschieden werden, ob eine weitere Impfstoffdosis wegen einer nachlassenden Leistungsfähigkeit des Immunsystems sinnvoll sein könne.

Wie entwickelt sich die Pandemie? Welche Varianten sind warum Besorgnis erregend? Und wie wirksam sind die verfügbaren Impfstoffe? Mehr zum Thema »Wie das Coronavirus die Welt verändert« finden Sie auf unserer Schwerpunktseite. Die weltweite Berichterstattung von »Scientific American«, »Spektrum der Wissenschaft« und anderen internationalen Ausgaben haben wir zudem auf einer Seite zusammengefasst.

In der aktualisierten Empfehlung spricht sich das Gremium auch für den Einsatz des Proteinimpfstoffs von Novavax zur Grundimmunisierung für Jugendliche ab 12 aus – bislang war er erst ab 18 empfohlen. Zudem empfiehlt die STIKO besonders vulnerablen Gruppen ab 12 Jahren zusätzlich zur Impfung nun das Antikörperpräparat Evusheld als Präventionsmaßnahme. Dazu zählen unter anderem Menschen mit Immunschwäche, »bei denen das Ausbleiben einer schützenden Immunantwort auch nach mehreren Impfstoffdosen zu erwarten ist«. Evusheld besteht aus zwei Sars-CoV-2-neutralisierenden Antikörpern und kann in den Muskel gespritzt werden. (dpa/dam)

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte