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Planetologie: Vierter Exoplanet im System HR 8799 entdeckt

Das System HR 8799
Ein internationales Forscherteam entdeckte einen weiteren Exoplaneten, der den Stern HR 8799 umkreist. Dieser befindet sich rund 130 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Pegasus. Es ist der vierte bekannte Exoplanet in diesem System und erhielt den Namen HR 8799e. Sie gehören wegen ihrer Größe und Helligkeit zu den wenigen Exoplaneten, die sich im nahen Infraroten direkt abbilden lassen.

Das System HR 8799
Das System HR 8799 im Sternbild Pegasus | Die Bilder im nahen Infrarot zeigen das System HR 8799 mit den vier deutlich sichtbaren Planeten, aufgenommen mit dem Keck-II-Teleskop. Die Planeten befinden sich 14, 24, 38 und 68 Astronomische Einheiten vom Zentralgestirn entfernt.
Christian Marois vom Herzberg Institute of Astrophysics im kanadischen British Columbia und sein Team beobachteten das System 15 Monate mit dem Keck-II-Teleskop. Die Aufnahmen zeigen, dass sich HR 8799e mit einer Entfernung von rund 14,5 Astronomischen Einheiten näher an seinem Stern befindet, als die anderen drei Planeten. Er umrundet sein Zentralgestirn einmal in rund 50 Jahren.

Das Alter des Sterns und seiner Planeten konnte noch nicht exakt bestimmt werden, die Astronomen schätzen es auf rund 60 Millionen Jahre. Bisherige Untersuchungen der Planeten b, c und d weisen darauf hin, dass sie von einer wolkigen Atmosphäre umgeben sind. Spektroskopische Analysen wiesen Kohlenmonoxid und Methan bei den Planeten von b und c nach. Zu dem neu entdeckten Planeten e liegen jedoch noch nicht genügend Daten vor, um Aussagen über eine mögliche Atmosphäre zu machen. Die Forscher vermuten aber, dass er auch in diesen Eigenschaften den anderen Planeten ähnelt.

Wie das System HR 8799 entstand, bleibt noch unklar. Denn keine der beiden Entstehungstheorien für Planeten dieser Art kann die Bildung des Systems erklären. Ein Modell beschreibt die spontane Bildung aus der protoplanetaren Scheibe. Alternativ können Planeten auch in zwei Schritten entstehen. Zunächst bildet sich ein Kern, der dann eine Gashülle anzieht. Die Entstehung nach verschiedenen Mechanismen erscheint wegen der großen Ähnlichkeiten der Planeten unwahrscheinlich. Möglich wäre aber, dass die Planeten an anderen Orten des Systems entstanden sind und erst später auf ihre heutige Position wanderten. (bw)

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  • Quellen
Nature 10.1038/nature09684, 2010

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