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Massensterben im Meer: Virus ist der gesuchte Seestern-Killer

Vor Kalifornien sterben Seesterne in Massen - warum, war bisher unklar. Nun entlarven Forscher ein seit Langem vor Ort heimisches Virus als Übertäter. Warum begann es zu töten?
<em>Astropecten armatus</em>

Vor der Westküste der USA sterben seit einiger Zeit Seesterne in Massen, ohne dass bislang eine Ursache dafür gefunden werden konnte. Nun ermittelten Forscher per Genanalyse: Ein Virus ist der Seestern-Killer. Mysteriös bleibt aber, warum dieses plötzlich so tödlich werden konnte: Denn tatsächlich existierten die heute so auffallend gefährlichen Erreger auch schon im vergangenen Jahrhundert, wie Museumsexemplare beweisen.

Die Seesternkrankheit kennt man an der Pazifikküste der USA seit wenigen Jahrzehnten, nie aber waren die Stachelhäuter derart massenhaft eingegangen wie zuletzt, wo sich, wie Taucher berichtet haben, geradezu Berge von rund 20 unterschiedlichen Arten am Meeresboden auftürmen können. Aus verendeten Seesternen hatten Forscher nun Proben entnommen und ein bis dato unbekanntes Densovirus isoliert, mit dem sich gesunde Stachelhäuter tatsächlich anstecken ließen.

Seestern | Astropecten armatus, eine der durch Densoviren bedrohten Seesternarten an der US-Pazifikküste.

Nun scheint das der Wissenschaft unbekannte Virus aber alles andere als neu zu sein, wie die Forscher berichten. So fanden sich die Erreger etwa in in Museen aufbewahrten Seesternen, die zwischen 1923 und 2010 gesammelt worden waren. Offenbar ist eine mutierte Variante vielleicht deutlich tödlicher, spekulieren die Forscher, die als Nächstes herausfinden möchten, ob der Erreger auch andere Stachelhäuter oder entfernt verwandte Meeresbewohner befällt. Unklar ist auch noch, ob eine ähnliche Erkrankung an der Ostküste ebenfalls von Densoviren ausgelöst wird.

Vielleicht wirken die Viren auch nur auf solche Seesterne besonders stark, die ohnehin durch andere Effekte beeinträchtigt sind. In Frage käme etwa ein lokaler Nährstoffmangel oder zusätzlicher Stress durch klimawandelbedingt übersäuertes Meerwasser. Von dem Tod der Stachelhäuter profitieren derweil seine Beutetiere wie Muscheln und Seepocken, die sich nun anschicken, die Felsküsten zu übernehmen.

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