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Gesundheit: Vitamin E: zu viel kann gefährlich sein

Bei der zusätzlichen Einnahme von Vitaminen durch Nahrungsergänzungsmittel ist Vorsicht geboten. Speziell gilt dies für das Vitamin E, auch Tocopherol genannt. Als Fänger freier Radikaler genießt das fettlösliche Vitamin allgemein einen guten Ruf: Es soll Gefäße und Herz schützen und auch vor Krebs bewahren. Dieser Nutzen konnte allerdings bislang in keiner Studie bewiesen werden. Eine aktuelle kanadische Studie belegt jetzt sogar das Gegenteil: Zu viel Vitamin E schadet der Gesundheit, so das Fazit von Eva Lonn von Gesundheitsforschungsinstitut in Ontario und ihrer Kollegen von der McMaster-Universität.

In randomisierten Doppelblindstudie zeigten Patienten, die Vitamin E als Nahrungsergänzungsmittel über sieben Jahre konsumierten, ein erhöhtes Risiko für Herzversagen als Kontrollpersonen, die ein Placebo erhalten hatten. Dieses Ergebnis habe weit reichende Konsequenzen, so die Forscher. Es zeige zum Beispiel, dass die verbreitete Annahme, Vitamine seien als natürliche Produkte völlig harmlos, nicht den Tatsachen entspreche. Die Entdeckung mache die Notwendigkeit deutlich, alle Vitamine und Naturprodukte auf den Prüfstand zu stellen und auf ihre Auswirkungen auf die Gesundheit zu testen, betont Lonn und nennt die erste Konsequenz: Patienten mit Gefäßerkrankungen oder Diabetes mellitus sollten auf keinen Fall mit Vitamin E behandelt werden. Vitamin E kommt vor allem Weizenkeimen, Pflanzenölen, Vollkorngetreide, Nüssen und Soja vor.
17.03.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 17.03.2005

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