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News: Von Kometen, Asteroiden und Dingen dazwischen

Bis vor kurzem war es kein Problem, ein Objekt zu den Kometen oder Asteroiden zu rechnen. Doch jetzt entdeckten europäische Wissenschaftler den dritten Himmelskörper, der eine Zwischenstellung einzunehmen scheint, indem er Eigenschaften von beiden Gruppen aufwies. Nach genaueren Untersuchungen glauben die Astronomen, es mit einem Kometen zu tun zu haben.
Asteroide bestehen aus festem Gestein und bewegen sich auf annähernd kreisförmigen Bahnen in der Hauptebene unseres Sonnensystems. Dagegen haben Kometen einen Schweif oder sehen diffus aus, bestehen aus Staub und Eis und wandern auf langgestreckten Wegen.
So einfach ließen sich kleine Himmelskörper einteilen, bis Astronomen letztes Jahr zwei seltsame Objekte entdeckten, die nicht in das Schema passen. P/1996 N2 – Elst-Pizarro hat zwar einen Schweif, umkreist die Sonne aber auf einer Umlaufbahn, die an Asteroide erinnert. 1996 PW läuft dagegen auf einem weit ausholenden Orbit, doch ihm fehlt der Schweif.

Als dritter hat sich jetzt P/1997 T3 zu dem Bund gesellt. Europäische Astronomen untersuchten diesen Exoten mit verschiedenen Teleskopen des La Silla Observatory des European Southern Observatory (ESO).

Claes-Ingvar Lagerkvist (Astronomical Observatory in Uppsala), Gerhard Hahn, Stefano Mottola, Magnus Lundström und Uri Carsenty (DLR in Berlin) untersuchten im Rahmen des Uppsala-DLR Trojan Survey jene Asteroiden, die in einer ähnlichen Umlaufbahn wie Jupiter um die Sonne wandern und als trojanische Asteroide bezeichnet werden. Dabei fanden sie unter etlichen bisher unbekannten Kleinstplaneten auch ein Objekt, das einen kurzen Schweif von nur 15 Bogensekunden hatte. Im Laufe des Monats Oktober verlängerte sich der Schwanz auf über 90 Bogensekunden und zeigte etwa in Richtung Sonne. Daraus schlossen die Forscher, daß es sich um Staubteilchen handeln müsse. Eine vorläufige Bildanalyse ergab, daß auch der Kern des Himmelskörpers anscheinend von einem Koma aus Staub umgeben ist. Interessanterweise war aber auf keiner Aufnahme der für Kometen übliche sonnenabgewandte Schweif zu entdecken.

Zusammengefaßt deuten die Beobachtungen auf einen neuen Kometen hin. Dazu paßt auch die berechnete Umlaufbahn, auf der sich das Objekt bis auf 635 Millionen Kilometer der Sonne nähert, während die mittlere Entfernung bei rund 1000 Millionen Kilometer liegt. Für eine endgültige Aussage ist es aber den Wissenschaftlern zufolge noch zu früh – sowohl P/1997 T3 betreffend, als auch was die seltsamen Objekte angeht, die irgendwie weder Fisch noch Fleisch zu sein scheinen.

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