Gestrandeter Wal: Vor Poel gestrandeter Buckelwal schwimmt – oder doch nicht?

Der Buckwal, der seit knapp drei Wochen vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns festsitzt, ist am Montagmorgen freigekommen. Er schwamm dann durch eine Kirchsee genannte Bucht und wechselte dabei immer wieder die Richtung. Menschen versuchten von Booten aus vergeblich, ihn in Richtung offene Ostsee zu treiben. Zuletzt hieß es, er habe wieder gestoppt.
Die Vertreter einer privaten Rettungsinitiative, initiiert unter anderem vom Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und der Unternehmerin Karin Walter-Mommert, sahen sich zuletzt auf sehr gutem Weg und im Zeitplan. Der Wal habe am Sonntagmorgen »tolle Reaktionen« und viel Lebensenergie gezeigt. Sie schlossen am Sonntag nicht aus, dass sich der rund zwölf Meter lange Meeressäuger aus eigener Kraft freischwimmen könne. In diesem Fall greife »Plan B«. »Das heißt, die Boote der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind auf Stand-by, dass für den Fall, dass er losschwimmt, wir ihn dann guiden können. Und es ist sichergestellt, dass wir ihn dann auch bis in die Nordsee und dann über die Nordsee in den Atlantik leiten können«, äußerte die Rechtsanwältin Constanze von der Meden von der privaten Rettungsinitiative.
Gunz dagegen zeigte sich am Montagmorgen eher ernüchtert, nachdem der Buckelwal freigekommen war. Man habe zwei Tage Verzögerung im Plan gehabt, sagte Mediamarkt-Mitgründer der Deutschen Presse-Agentur (dpa). »Und jetzt ist das alles aus der Bahn gelaufen.« Mehr könne er derzeit nicht sagen. »Jetzt kann man nur hoffen, dass die Begleitung gelingt.«
Buckelwal seit 20 Tagen in der Wismarbucht
Zuvor war geplant gewesen, eine Plane zwischen Pontons (schwimmenden Plattformen) zu befestigen und unter den Wal zu bringen. Nach Behördenangaben war die Netzplane bereits im Wasser. Anschließend sollte der Meeressäuger mit Hilfe von Schleppern aus dem flachen Bereich in tieferes Gewässer und in die Nordsee gebracht werden.
Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal gut zwölf Meter lang und mehr als drei Meter breit. Das geschwächte Tier liegt bereits seit 20 Tagen in der Wismarbucht vor der Insel Poel. Zwischen dem Hafen in Kirchdorf, dem größten Ort auf der Insel, und dem Meeressäuger waren zuletzt DLRG-Boote unterwegs, die auch zur Sicherung des Einsatzpersonals vor Ort waren.
Seit Anfang März war der Wal immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Das Tier hatte sich in Fischereinetzen verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit. Mehrfach saß der Wal fest. (dpa/fs)
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