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Aviäre Influenza: Voraussetzung für Anpassung von H5N1 an Menschen entlarvt

Japanische Forscher erkannten zwei Mutationen von Hüllproteinen des Vogelgrippe-Erregers H5N1 als Voraussetzung für die Gefährlichkeit bestimmter Stämme. Die mutierten Varianten der Hämagglutinin-Eiweiße erkennen nicht mehr länger nur Oberflächenproteine der Zellen von Vögeln, sondern zudem auch die menschlicher Wirtszellen. Dadurch können die Erreger sich in beiden Arten vermehren und ausbreiten, berichten Yoshihiro Kawaoka von der Universität Tokio und seine Kollegen.

Die mutierten Hämaglutinin-Varianten fielen den Forscher beim Vergleich von Vogelgrippestämmen aus Vietnam ins Auge. Bei Stämmen, die auch Menschen gefährdeten, waren in einer Erkennungsregion des Hämagglutinins stets an einer von zwei Stellen Aminosäuren mutiert. Nur die mutierten Proteine banden auch an charakteristische Zuckerkettenenden, die alleine auf menschlichen Zellen vorkommen.

Die Forscher sehen in den Mutationen einen möglicherweise hilfreichen Marker, an dem die Gefährlichkeit neu auftauchender H5N1-Virenstämme für den Menschen abgelesen werden könnte. Wahrscheinlich seien allerdings noch weitere genetische Veränderungen notwendig, bevor das Vogel-Virus optimal an die Verbreitung im Mensch angepasst ist, glauben die Wissenschaftler. Seit den ersten Genanalysen des Teams im Jahr 1997 habe sich das Virus allerdings bereits deutlich verändert, so Kawaoka: "Es entwickelt sich vor unseren Augen zu einem Krankheitserreger des Menschen." (jo)
16.11.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 16.11.2006

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