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Naturkatastrophen: Vulkanausbruch bedroht riesige Pinguinkolonie

Eine Million Zügelpinguine mausern gerade auf der Zavodovski-Insel im Südatlantik und können nicht ins Meer. Ausgerechnet jetzt bricht jedoch der Vulkan des Eilands aus.
Eine Kolonie Zügelpinguine auf Zavodovski in der Subantarktis

Im März erwachte der Vulkan Mount Curry auf der südatlantischen Insel Zavodovski wieder zum Leben: Seitdem schleudert er Lava und Asche in die Umgebung, die sich auch auf dem britischen Überseeterritorium niederschlägt – weshalb sich Wissenschaftler des British Antarctic Survey (BAS) langsam um die Pinguine Zavodovskis sorgen. Hier findet sich eine der weltweit größten Kolonien der Zügelpinguine (Pygoscelis antarctica), die nach jüngsten Schätzungen mehr als eine Million Vögel umfasst. Dazu leben rund 200 000 Goldschopfpinguine (Eudyptes chrysolophus) auf dem kleinen Flecken Erde in der Subantarktis. Die Pinguine mausern gerade und verlieren ihre alten Federn, die durch neue ersetzt werden. Während dieser Zeit können sie nichts ins Wasser gehen und fliehen, so dass sie einem Ascheregen ausgesetzt wären.

Der Vulkan Mount Curry auf Zavodovski in der Subantarktis
Mount Curry bricht aus | Der Vulkan Mount Curry ist seit einigen Monaten wieder aktiv. Zuerst wurde der Ausbruch über Satellitenbilder bemerkt, erst später fotografierten Fischer den Feuerberg.

Nachdem Satellitenbilder gezeigt hatten, dass der Mount Curry wieder aktiv ist und ein Beben der Stärke 7,2 gemessen wurde, besuchten auch verschiedene Fangschiffe die Region und übermittelten Fotografien an das BAS. Darauf ist zu erkennen, dass die Hauptaktivität des Vulkans an seiner Westseite stattfindet, doch tragen die vorherrschenden Winde das Eruptionsmaterial nach Osten, wo es sich auf den unteren Hangpartien des Feuerbergs ablagert – genau dort, wo sich die Pinguine am dichtesten versammeln. Etwa ein Drittel bis die Hälfte der Insel sind mittlerweile von der Asche bedeckt. "Wir wissen leider überhaupt noch nicht, wie die Asche die Pinguine beeinträchtigen wird. Sollte sie sich massiv und großflächig niedergeschlagen haben, sind schwere Folgen für die Tiere nicht auszuschließen", so Peter Fretwell vom BAS. Frische Asche kann durchaus giftig wirken, vor allem, wenn die Vögel versuchen, sich das Gefieder zu säubern. Im Lauf des Jahres sollen zwei ohnehin geplante Expeditionen in die Region auch Daten zum Ausbruch und dessen Folgen sammeln. Zwischenzeitlich haben weitere Satellitenbilder zudem gezeigt, dass im Mai noch ein zweiter Vulkan im Archipel ausgebrochen ist: der Mount Sourabaya auf Bristol Island im Süden der Sandwich-Inselgruppe. Diese Insel ist fast völlig von Eis bedeckt; sie spielt für Seevögel daher eine weniger wichtige Rolle wie die weiter nördlich gelegene Zavodovski-Insel.

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