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Naturkatastrophen: Vulkanausbrüche verschieben Wirbelstürme

Vulkanausbrüche verändern das Klima - doch welche Auswirkungen hat das auf tropische Zyklone?
Der Krakatau zwischen Java und SumatraLaden...

Große Vulkanausbruche schießen Staub und Schwefel bis hoch in die Stratosphäre und beeinflussen das Weltklima über Monate oder gar Jahre. Das hat auch Auswirkungen auf tropische Wirbelstürme, die zerstörerischsten Wetterereignisse des Planeten – doch welche? Anhand eines Klimamodells, das speziell Aerosole berücksichtigt, kommen nun Francesco S. R. Pausata von der University of Quebec in Montreal und Suzana J. Camargo von der Columbia University in New York zu dem Ergebnis: Es ist kompliziert. Wie sie in »PNAS« berichten, kann die Abkühlung durch einen großen Ausbruch Wirbelstürme lokal zwar seltener und schwächer machen, global jedoch lässt sich der Effekt nicht nachweisen. Vielmehr verschieben die kühlenden Schwefeltropfen die tropischen Wettermuster – und damit auch die Sturmzonen.

Frühere Untersuchungen zeigen, dass die gesunkenen Temperaturen vor allem die Hurrikane im tropischen Nordatlantik hemmen – so zum Beispiel nach den Ausbrüchen des El Chichón 1982 und des Pinatubo 1991. Das scheint jedoch ein für den Nordatlantik typisches Phänomen zu sein; in den anderen Meeresbecken lasse sich der Effekt nicht nachweisen, berichtete Camargo 2018 auf einer Konferenz. In der neuen Untersuchung kommen Pausata und Camargo nun zu dem Schluss, dass Vulkanausbrüche in den nördlichen Tropen die Wirbelstürme nach Süden verschieben; gleichzeitig werden die Stürme im Atlantik und Pazifik schwächer, während sie im Indischen Ozean potenziell stärker werden.

Zusätzlich untersuchten sie neben den globalen Auswirkungen von Vulkanausbrüchen, wie diese Auswirkungen zu Stande kommen – allein durch die Abkühlung oder durch andere Effekte? Dabei zeigte sich, dass, anders als bisher vermutet, der Einfluss von Vulkanen auf den El-Niño-Zyklus nur eine geringe Rolle für das Verhalten der Wirbelstürme spielt. Eine größere Bedeutung komme wohl veränderten Temperaturen in der oberen Atmosphäre und dadurch veränderten Windsystemen zu, schreiben sie.

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