Direkt zum Inhalt

Prionen-Erkrankungen: Wahrscheinlich keine größere Creutzfeldt-Jakob-Epidemie

Eine größere Epidemie der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) ist wohl nicht zu erwarten. Dies schließen Forscher des University College London nach der Auswertung einer Studie, bei der Gewebeproben von mehr als 12 000 Teilnehmern nach Anzeichen einer vCJD-Erkrankung durchsucht worden waren. Dabei fanden die Wissenschaftler nur in einem Fall eindeutige Krankheitsanzeichen, wie sie bei klinischen Fällen beschrieben werden.

Nach Computermodellen dürften statistisch gesehen in ganz Großbritannien demnach höchstens 3800 Menschen Krankheitserreger tragen, wovon dann etwa 70 tödlich erkranken werden. Selbst im schlimmsten durchgerechneten Modell-Fall würde die Anzahl der an vCJD erkrankten und verstorbenen Personen nicht mehr als 600 betragen. Die Zahl dürfte aber eher niedriger liegen, so die Forscher, jedenfalls weit unterhalb der früher einmal befürchteten Zahl von bis zu 50 000 Opfern. Die Fallzahlen könnten allerdings noch moderat höher ausfallen, wenn viele zusätzliche Infektionen auf Grund von Bluttransfusionen mit durch Prionen verunreinigten Konserven bekannt werden sollten.

Die Diskrepanz zwischen der recht großen Menge positiver Tests auf vCJD und der weitaus niedrigeren Zahl von tatsächlich ausgebrochenen Krankheitsfällen erklärt sich nach Meinung der Forscher damit, dass offenbar viele infizierte Personen Krankheitssymptome nicht innerhalb ihrer natürlichen Lebenszeit entwickeln.
14.01.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 14.01.2005

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen

Partnervideos