Waldbrände in Europa: Tausende Menschen fliehen vor Flammen in Südfrankreich

Wegen eines weiter um sich greifenden Naturbrands in Südfrankreich sind 10 000 Menschen evakuiert worden. Betroffen sind 26 Ortschaften in einem Gebirgsmassiv westlich von Perpignan, wo die Flammen sich inzwischen durch 4600 Hektar Fläche gefressen haben, wie die Präfektur mitteilte. Der Brand wurde durch Wind, große Hitze und vor allem durch eine außergewöhnlich hohe Lufttrockenheit angefacht. Ein Feuerwehrmann sowie ein Anwohner wurden schwer verletzt.
Die Präfektur des Departements Pyrénées-Orientales rief die Menschen in der Region dazu auf, die Straßen vollständig für die Feuerwehrkräfte freizuhalten und nicht in die Häuser zurückzukehren. Für Firmen, deren Beschäftigte nicht zur Arbeit kommen können, soll eine Kurzarbeitsregelung getroffen werden.
Der Brand betrifft auch die am Samstag gestartete Tour de France, die heute in die dritte Etappe geht. In der Stadt Les Angles, rund 70 Kilometer entfernt von der brennenden Waldfläche, sollen gegen 17 Uhr die Radfahrer eintreffen. Wegen der heftigen Waldbrände sollen die Fans der Strecke fernbleiben. Alle Sicherheitskräfte müssten sich auf die Bekämpfung des Brandes konzentrieren, erklärte die Präfektur. Wer sich nicht an die Einschränkungen halte, müsse mit einem Bußgeld rechnen.
Das Feuer kommt zu einer Zeit, in der Frankreich die nächste extreme Hitzewelle erlebt. Bereits am 7. Juli könnten die Temperaturen auf mehr als 40 Grad Celsius steigen. Schon im Juni gab es im Land eine außergewöhnliche Hitzewelle mit den höchsten landesweiten Temperaturen seit dem Start der Wetteraufzeichnungen 1947. Rund 2000 Menschen kamen nach vorläufigen Berechnungen ums Leben.
Auch im Norden Portugals und Spaniens verwüsteten Flächenbrände am Wochenende Tausende Hektar Land. Die Feuer sind laut den örtlichen Behörden mittlerweile unter Kontrolle. Angesichts der für die nächsten Tage vorgesagten Hitzewelle sind die Feuerwehren aber weiter in Alarmbereitschaft. In Griechenland loderten Waldbrände nahe Thessaloniki und der Hauptstadt Athen.
Der europäische Wetterbeobachtungsdienst Copernicus stuft die Waldbrandgefahr in mehreren südeuropäischen Ländern derzeit als hoch bis sehr hoch ein. Auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz herrscht laut dem Deutschen Wetterdienst vielerorts hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr. (dpa/vta)
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