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Wale: Pro Happen zehntausende Plastikteilchen

Das Meer ist voller Kunststoffmüll - und Wale nehmen ihn auf. Das zeigt sich im Kot der Tiere sehr deutlich.
Brydewal

Mikroplastik findet sich mittlerweile überall: von der Antarktis bis hin zum scheinbar unberührten Bergsee, von der Atmosphäre bis in die Tiefsee. Und natürlich finden die Überreste unserer Zivilisation auch Eingang in die Nahrungskette. Allein im neuseeländischen Golf von Hauraki vor Auckland nehmen Wale jeden Tag drei Millionen Teilchen an Mikroplastik mit der Nahrung auf. Pro Teelöffel Walkot finden sich demnach fünf kleine Kunststoffpartikel, zeigt eine Studie von Emma Carroll von der University of Auckland und ihrem Team in »Science of the Total Environment«.

Die Arbeitsgruppe hat zusammen mit einem Anbieter von Walbeobachtungstouren den Kot von Bryde- und Seiwalen in dem Gewässer eingesammelt und im Labor analysiert. Diese Wale gehören zu den Bartenwalen und filtrieren Plankton aus dem Meerwasser. Carroll und Co rechneten dann hoch, wie viel Nahrung die Tiere pro Fressvorgang aufnehmen und wie groß die Menge an Mikroplastik darunter ist. Mit jedem Maul voll Krill und anderen kleinen Tieren schlucken die Wale demnach 25 000 Mikroplastikteilchen.

Der größte Teil davon stammt allerdings direkt aus dem Plankton: Die Tierchen selbst hatten das Mikroplastik bereits aufgenommen. Aus dem freien Wasser stammt dagegen nur jedes 1000. Teilchen. »Das zeigt deutlich, wie sich das Mikroplastik in der Nahrungskette anreichert«, sagt Carroll. Vorherige Studien hatten bereits gezeigt, dass die Wale im Golf tagsüber quasi kontinuierlich fressen und pro Tag rund 100-mal Nahrung aufnehmen. Bezogen auf den gesamten Bestand vor Ort kommen die Biologinnen und Biologen auf Größenordnungen an Mikroplastik im Millionenbereich. Nur ein Teil davon wird wieder ausgeschieden. Welche gesundheitlichen Folgen dies für die Meeressäuger hat, ist bislang noch unklar.

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