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Walforschung: Walgesänge verbreiten sich wie Hitsingles im Ozean

Wale werden durch laute Geräusche in ihrer Kommunikation und Orientierung beeinflusst.
Was die einen zur Entspannung hören, ist die Sprache der anderen: Wale singen, um miteinander zu kommunizieren – vor allem über das beliebte Thema Paarung. Dabei herrscht innerhalb einer Walschule immer ein bestimmtes Lied vor, das von allen männlichen Mitgliedern gesungen wird. Dieses kann sich im Laufe der Zeit aber nicht nur verändern, sondern wird auch wie eine Hitsingle von benachbarten Populationen übernommen, wie eine Forschergruppe von der University of Queensland berichtet. So verbreiten sich manche neuen Gesänge über den halben Ozean aus.

Walgesang (1)

Buckelwale haben eigene Hit-Singles.

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Über elf Jahre lang beobachtete das Team um Ellen Garland die Veränderung des Gesangs von Buckelwalen (Megaptera novaeangliae) im westlichen und zentralen Südpazifik. Zu den tierischen Sängern zählen nur die männlichen Exemplare, die damit vor allem um Weibchen werben. Den Forschern zufolge halten sich die Tiere gewöhnlich an den aktuellen Song, der sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums aber immer wieder ändern kann. Elf verschiedene so entstandene Gesangsmuster zählten die Forscher von 1998 bis 2008. Ein Lied definierten sie dabei als Zyklus aus verschiedenen Motiven, die pro Zyklus nur einmal vorkommen dürfen.

Wie die Forscher entdeckten, änderten sich die Lieder der Wale aber nicht nur innerhalb einer Population, sondern wurden auch von anderen, verwandten oder nicht verwandten Individuen derselben Altersklasse übernommen. So breiten sich die Gesänge – stets in eine Richtung – wie kulturelle Hits im Ozean aus. Die meisten Trends schwappten dabei von Australien aus in östliche Richtungen quer durch den Pazifik.

Walgesang (2)

Buckelwale haben ihre eigenen Hit-Singles.

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Die Veränderung von Liedern war bislang vor allem bei Vögeln durch fehlerhaftes Nachahmen bekannt. Eine mögliche Erklärung für die dominante Ostbewegung der Walgesänge könnte den Forschern zufolge sein, dass die australische Population die größte in dieser Region ist und ihr Einfluss auf andere Gruppen daher entsprechend stark sei. Außerdem könnte die gemeinsame Migrationsroute der Tiere eine Rolle spielen. (ls)

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