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Infektionskrankheiten: Wandelbarkeit des Sars-Virus bedroht Impfstoffentwicklung

Bei bestimmten genetischen Varianten des Sars-Virus – dem Erreger des schweren akuten Atemwegssyndroms – könnten derzeit Erfolg versprechende Impfstoffkandidaten kontraproduktiv wirken. Möglicherweise dringen solche Virenvarianten unter dem Einfluss der durch die Impfung gebildeten Antikörper sogar schneller in Körperzellen ein, warnt ein Forscherteam um Gary Nabel vom Vaccine Research Center (VRC) des amerikanischen Gesundheitsforschungsinstitutes NIAID.

Die Wissenschaftler hatten im Frühjahr des vergangenen Jahres selbst einen Impfstoffkandidaten gegen den Sars-Erreger erfolgreich in Mäusen getestet. Nun analysierten die Wissenschaftler verschiedene genetische Varianten des Spike-Proteins des Sars-Virus, gegen das sich viele der derzeit als Impfstoffe erprobten Mittel richten. Das Eiweiß spielt eine entscheidende Rolle beim Eindringen des Virus in eine Wirtszelle. Überraschenderweise erwiesen sich manche Virenvarianten, die aus im Jahr 2003 erkrankten Patienten isoliert worden waren, als wenig anfällig gegenüber bei einer Immunisierung gebildeten Antikörpern. Eine Variante aus der von der Krankheit besonders betroffenen chinesischen Guangdong drang in Gegenwart von Antikörpern sogar vermehrt in Zellen ein.

Die Forscher betonen die Notwendigkeit, stets neue Impfstoffvarianten gegen neu entstehende Varianten des genetisch wandelbaren Virus zu entwickeln.
11.01.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 11.01.2005

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