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Psychologie: Warum Bier uns gesellig macht

Alkohol gilt oft als "sozialer Schmierstoff". Das könnte damit zusammenhängen, dass er offenbar verändert, wie wir soziale Informationen wahrnehmen und verarbeiten.
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Bier sorgt nicht nur dafür, dass wir im Zweifelsfall angeheitert und enthemmt sind, es verändert offenbar auch die Art und Weise, wie wir die Emotionen fremder Menschen wahrnehmen und verarbeiten. Das berichtet ein Team um Matthias Liechti vom Universitätsspital Basel, das 60 Probanden im Dienst der Wissenschaft entweder ein Glas normales oder alkoholfreies Bier trinken ließ. Anschließend mussten die Teilnehmer eine Reihe von kognitiven Tests absolvieren.

Dabei entdeckten die Forscher unter anderem, dass es den alkoholisierten Versuchspersonen schneller gelang, in einer Menge fröhliche Gesichter auszumachen. Außerdem wollten sie lieber mit anderen Menschen gemeinsam eine schöne Zeit verbringen. Dieser Effekt war vor allem bei jenen Probanden stärker ausgeprägt, die ohne Alkohol sozial eher gehemmt waren. Ein alkoholisches Bier sorgte zudem dafür, dass die Teilnehmer sich sexuell explizite Bilder leichter ansehen konnten – das traf vor allem auf Frauen zu. Die sexuelle Erregbarkeit förderte das Getränk aber offenbar nicht.

Die Versuchsergebnisse würden damit bestätigen, was viele Menschen auch aus persönlicher Erfahrung berichten können, sagt Liechti. Bisher gebe es aber erstaunlich wenig wissenschaftliche Evidenz, wie genau sich Bier auf die Verarbeitung von emotionalen sozialen Informationen auswirkt. Die Ergebnisse könnten damit auch erklären, warum Alkohol generell als "sozialer Schmierstoff" gilt und uns oft besonders gesellig zu machen scheint.

38/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 38/2016

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