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Klimatologie: Warum El Niño die Tage verspätet verlängert

El Niño im Pazifik
Verstärkte Windaktivität führt dazu, dass sich während der periodisch wiederkehrenden El-Niño-Ereignisse die Tageslängen vergrößern. Dies berichten nun Forscher um Jean Dickey vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa.

Allerdings folgt diese Verlängerung dem eigentlichen Ereignis erst mit einer Verspätung von ein bis vier Monaten, was sich die Wissenschaftler bislang nicht erklären konnten. Nach den neuen Erkenntnissen von Dickeys Team hängt dies wohl mit dem verstärkten Temperaturgradienten zwischen den Tropen und den Polregionen zusammen, die erst verzögert ihr Maximum erreicht. Dadurch verstärken sich Ausgleichsströmungen in der Atmosphäre und in der Folge auch die Westwindzirkulation in höheren Breiten. Dies führt insgesamt zu einem erhöhten Drehimpuls der gesamten Erdatmosphäre, der schließlich den Planeten abbremst und die Tage ausdehnt.

Für den Menschen ist dieser Effekt aber nur technisch wahrnehmbar, die Verlängerung beträgt nur 0,6 bis 0,9 Millisekunden. Sobald El Niño verschwindet, kehrt sich dieser Prozess um, der Drehimpuls schwächt sich ab, die Erde beschleunigt und die Tage werden wieder kürzer. Die Klimaanomalie tritt etwa alle drei bis sieben Jahre im Pazifik auf und heizt die normalerweise kalten Meeresgebiete vor Südamerika stark auf. Dies führt weltweit zu teils extremen Dürren oder Fluten, weil sich Niederschlagsgebiete verschieben. (dl)

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