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Korallen: Warum Korallen bei Mondschein in Stimmung kommen

Korallen im Great Barrier Reef
Jedes Frühjahr ist das Great Barrier Reef vor der Ostküste Australiens Schauplatz eines außergewöhnlichen Naturspektakels: Wie auf Kommando stoßen hunderte Korallenarten bei abnehmenden Vollmond ihre Samen und Eizellen synchron ins Meer hinaus – in der Hoffnung, dass beide trotz gefährlicher Strömungen und gefräßiger Raubfische zueinander finden.

Doch woher wissen die Polypen, wann die Zeit zum Laichen gekommen ist? Frühere Analysen hatten angedeutet, dass sie empfindlich auf blaues Licht reagieren – ebenso wie viele Insekten und Säugetiere. Bei diesen sprechen spezielle Rezeptoren, die Cryptochrome, auf bestimmte Lichtstrahlen an und regulieren damit die innere Uhr.

Verfügen auch Blumentiere über solche Detektoren? Um dies zu prüfen, verglichen Forscher um Ove Hoegh-Guldberg von der University of Queensland die Zusammensetzung eines Proteins, das bei der Korallenart Acropora millepora von dem Gen cry2 kodiert wird, mit den Cryptochromen von Taufliegen, Mäusen, Krallenfröschen und Zebrafischen.

Die Übereinstimmungen in den Aminosäuresequenzen erwiesen sich als so groß, dass die Rezeptoren von A. millepora sogar ein Vorläufer der Cryptochrome sein könnten. Deren evolutionärer Ursprung würde demnach bis ins Präkambrium zurückreichen.

Eine Analyse der Genaktivität von cry2 zu unterschiedlichen Jahreszeiten bestätigte zugleich: In Vollmondnächten im Frühling produzieren die Korallen besonders viele Rezeptorproteine, durch die sich ihre innere Uhr offenbar an die Mondphasen anpasst – und damit das synchrone Laichen koordiniert.

Christoph Marty

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