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Genome: Warum riecht der Kiwi so gut?

Er ist nachtaktiv, hat ein fellartiges Gefieder und kann nicht fliegen - und die Neuseeländer lieben ihn. Nun offenbart das Kiwi-Genom neue Erkenntnisse zu seiner Evolution.
Brauner Kiwi, JungvogelLaden...

Der Kiwi gehört auf den ersten Blick zu den eher unscheinbaren Vögeln: braun, nachtaktiv und auch noch flugunfähig. Auf der anderen Seite macht ihn das für Biologen sehr interessant, denn nur wenige Vögel vereinigen die gleichen Merkmale in sich. Und deshalb haben Janet Kelso vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und ihr Team nun das Genom des Braunen Kiwis (Apteryx mantelli) sequenziert, um damit Rückschlüsse über die Evolution und die Verhaltensweisen des neuseeländischen Nationalvogels zu gewinnen. Schließlich hat der Kiwi im Gegensatz zu den meisten anderen Vögeln auch einen ausgeprägt guten Geruchssinn, einen auf niedrigen Touren laufenden Stoffwechsel und die geringste Körpertemperatur aller Federtiere. Dafür legt er die im Verhältnis zur Körpergröße voluminösesten Eier.

Viele Genveränderungen haben sich offenbar im Lauf der Zeit entwickelt, weil sich der Kiwi ans Nachtleben angepasst hat. So sind bei ihm einige Gene für die Farbsichtigkeit inaktiv, da sie nachts ohnehin fast sinnlos sind. Dagegen besitzen die Vögel zahlreiche Riechrezeptoren, da ihr Geruchssinn hoch entwickelt ist: Mit ihrem langen Schnabel, an dessen Spitze die Nasenlöcher sitzen, stochern sie nach wirbelloser Beute und Sämereien, die sie quasi erschnuppern. Ein Vergleich mit verwandten Arten ergab, dass sich die Besonderheiten des Kiwis vor etwa 35 Millionen Jahren entwickelten – unmittelbar nachdem er Neuseeland erreicht hatte. Viele Vogelarten verloren ihre Flugfähigkeit, nachdem sie entlegene Inseln besiedelt hatten: Sie mussten meist nicht mehr fliegend vor bodenlebenden Säugern fliehen. Umgekehrt wurde diese Entwicklung etlichen Arten zum Verhängnis, als Menschen auf diesen Eilanden anlandeten und verschiedene räuberische Fressfeinde einschleppten. Das gilt auch für den Kiwi, der heute als stark bedroht gilt – was sich etwa in einer geringen genetischen Variabilität niederschlage, so Kelso und Co.

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