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Ästhetik: Was die Lieblingsfarbe über die mentale Gesundheit verrät

Ob leuchtend oder düster: Farbvorlieben spiegeln möglicherweise weit mehr wider als nur den persönlichen Geschmack.
Vier bunte Luftballons schweben an Schnüren vor einem blauen Himmel. Die Ballons haben die Farben Blau, Rosa, Orange und Gelb. Sie sind gleichmäßig verteilt und vermitteln ein Gefühl von Leichtigkeit und Freude.
Gelb, Blau, Grau: Die Lieblingsfarbe scheint nicht nur Geschmackssache zu sein.

Die Farbvorliebe eines Menschen sagt womöglich etwas über sein psychisches Befinden aus. Dafür sprechen die Ergebnisse eines Teams um Misha Vorobyev von der neuseeländischen University of Auckland.

Die Wissenschaftler werteten für ihre im Fachjournal »Frontiers of Psychology« erschienene Übersichtsarbeit 16 Studien mit insgesamt mehr als 4000 Probanden aus, in denen die Lieblingsfarbe von Menschen mit und ohne psychische Erkrankungen zum Beispiel über Tests mit Farbkarten erfasst worden war.

Im Schnitt unterschieden sich die persönlichen Vorlieben zwischen Personen mit und ohne Diagnose – und nach Art der psychischen Erkrankung. Menschen mit Depressionen bevorzugten vor allem die Farbe Blau, Personen mit Angststörungen Grau und solche mit Schizophrenie Schwarz.

Gesunde Teilnehmende favorisierten achromatische Farben wie Schwarz und Grau dagegen kaum. Bei ihnen war der beliebteste Farbton Gelb, gefolgt von Grün, Rot und Blau. Zudem zeigten sich in der Gruppe der Gesunden geografische Unterschiede: Europäer bevorzugten tendenziell Blau, während bei Befragten aus Asien Rot und Gelb beliebt waren.

Woher die Unterschiede zwischen psychisch Erkrankten und Gesunden kommen, ist bislang unklar. Möglicherweise spielt eine veränderte visuelle Informationsverarbeitung eine Rolle. Zum Beispiel nahmen depressive Menschen in einer früheren Studie Schwarz-Weiß-Unterschiede schlechter wahr als Gesunde, weil die Nervenzellen in ihrer Netzhaut weniger auf Kontrastreize reagierten.

Persönliche Farbvorlieben können sich im Lauf der Zeit auch durchaus ändern. So gibt es Hinweise darauf, dass Menschen mit einer psychischen Diagnose nach einer Behandlung ähnlichere Farben bevorzugen wie gesunde Personen.

  • Quellen

Krishnamurthy, S. et al., Frontiers in Psychology 10.3389/fpsyg.2026.1832200, 2026

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