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Verhaltensforschung: Was ich will, will der auch

Schimpansen übertragen ihre eigenen Vorlieben auf andere.
Schimpanse

Was einem richtig gut gefällt, mögen auch andere. So denken nicht nur Menschen, wie Forscher am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig zeigten: Schimpansen meinen ebenfalls, Artgenossen begehrten jene Objekte, die auch ihnen selbst besser gefallen.

Wer die Wahl hat | Schimpansen des Wolfgang-Köhler-Primaten-Forschungszentrums in Leipzig durften sich eine Kiste aussuchen, in der Futter lockte. Hatte sich ein Artgenosse zuvor bereits bedient, galt es die Box zu wählen, die noch voll war.

Martin Schmelz und seine Kollegen präsentierten 15 Schimpansen (Pan troglodytes) zwei Kisten. Auf einer waren zehn Futterkügelchen abgebildet, die andere zeigte kein Bild. Obwohl beide Boxen Leckerbissen enthielten – die Affen also unabhängig von ihrer Wahl belohnt wurden –, entschieden sich die Tiere viel öfter für die bebilderte Kiste.

Anschließend durften die Testschimpansen erst als Zweite eine Box aussuchen, nachdem ein Konkurrent zuvor unbeobachtet seine Wahl getroffen hatte. Die Tiere mussten also befürchten, dass eine der beiden Kisten bereits leer war, und bei ihrer eigenen Wahl das wahrscheinliche Verhalten des Gegners berücksichtigen. In der Folge entschieden sie sich deutlich seltener für die eigentlich attraktivere Kiste mit Bild.

Schimpansen stellen also offenbar Vermutungen über das Verhalten eines Artgenossen in Konkurrenzsituationen an. Wie Schmelz und seine Kollegen betonen, schließen die Affen dabei von sich auf andere.

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  • Quellen
Biol. Lett. 20120829, 2012

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