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Paläoökologie: Was stand auf dem pleistozänen Speiseplan?

Eine ergiebige Fundstätte mit zahlreichen Großtierfossilien aus dem mittleren Pleistozän ermöglichte es Matthew Kohn und seinen Kollegen, die Nahrungsgewohnheiten damaliger Pflanzen- und Fleischfresser zu analysieren und so Rückschlüsse auf die Umweltbedingungen vor 400 000 Jahren zu ziehen. Die Forscher von der Universität von South Carolina analysierten hierfür Sauerstoff- und Kohlenstoff-Isotope in Zahnschmelz dort entdeckter Zähne von Säbelzahntigern (Smilodon fatalis), Wölfen (Canis armbrusteri), Lamaverwandten (Hemiauchenia macrocephala, Paleolama mirifica), Tapiren (Tapirus veroensis), Weißwedelhirschen (Odocoileus virginiana) und Pferden (Equus sp.). Weiterhin lagen Zahnbein von Riesenfaultieren (Megalonyx jeffersoni) und verschiedene Knochen und ein Zahn des "amerikanischen Gepards" (Miracinonyx inexpectatus) vor, der aber nicht analysiert werden konnte.

Es zeigte sich, dass die Pferde offenes Grasland abweideten, während Paleolama mirifica, die Tapire, die Hirsche und die Riesenfaultiere in einem dichten Wald gelebt haben dürften. Die Werte bei Hemiauchenia macrocephala deuten entweder auf einen eher offenen Wald hin, oder die Tiere fraßen sowohl im dichten Wald als auch am Waldrand und im Offengelände. Vielleicht wechselten sie die Hauptnahrung auch je nach Jahreszeit, spekulieren die Forscher.

Die Zähne der beiden Raubtiere deuten auf die Waldbewohner als Jagdbeute, wobei die Säbelzahnkatzen, die dem Knochenbau zufolge zu den Lauerjägern gehören, eher die offeneren oder Randbereiche bevorzugten, während die Wölfe auch im Inneren jagten, insgesamt also ein breiteres Spektrum an Beutetieren und Jagdrevieren hatten. Die Geparden ähnelnde Raubkatze Miracinonyx inexpectatus jagte ihrerseits wohl im offenen Grasland, vermuten Kohn und seine Mitarbeiter.

Die Ergebnisse bestätigen die Vermutung, dass die damalige Landschaft wie heute aus einem Mix von Waldgebieten und Offenland bestand. Dies war angesichts ähnlicher Einstrahlungsverhältnisse damals wie heute aber auch zu erwarten, so die Forscher.

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