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Meteor vom 8. März 2026: Was wissen wir über den Meteoritenfall bei Koblenz?

Am Abend des 8. März 2026 leuchtete über Westdeutschland eine grelle Feuerkugel auf, die von Nordfrankreich kommend über die Eifel zog und nahe Koblenz erlosch. Kurze Zeit später fielen Meteoriten vom Himmel und beschädigten dabei mindestens ein Hausdach in Koblenz.
Ein grober, unregelmäßig geformter Stein liegt auf braunem Papier. Der Stein hat eine dunkle, raue Oberfläche mit helleren, glatten Bereichen. Die Szene ist in warmen, erdigen Tönen gehalten.
Vom Himmel gefallen: Ein Bruchstück des Meteoritensturzes am 8. März 2026 über dem Koblenzer Stadtteil Güls. Es zeigen sich deutlich die dunkle Schmelzkruste und das helle Innere des kosmischen Geschosses.

Am Abend des 8. März 2026 trat über Nordfrankreich ein kleiner Himmelskörper aus den Weiten des Sonnensystems in die Erdatmosphäre ein und erzeugte dabei eine grelle Leuchterscheinung, eine Feuerkugel. Dieser Bolide leuchtete gegen 18:55 Uhr zahlreichen Augenzeugenberichten zufolge etwa dreieinhalb Sekunden, in denen er von Südwesten kommend über den Himmel nach Nordosten raste. Im Bereich der Stadt Koblenz erlosch die Feuerkugel, kurze Zeit später fielen Meteoritenbruchstücke vom Himmel. Im Koblenzer Stadtteil Güls schlug eines von ihnen in ein Hausdach ein, durchbrach dieses und landete schließlich in einem Schlafzimmer, in dem sich zu dieser Zeit kein Bewohner aufhielt. Auch aus der Eifel kommen Berichte über Meteoritenfunde, diese bedürfen allerdings noch der Bestätigung.

Die daraufhin gerufene Polizei und Feuerwehr bargen in Güls den kosmischen Irrläufer und präsentierten ihn Pressefotografen. Auf den Bildern zeigt sich deutlich ein Steinmeteorit mit einer typischen, dünnen schwarzen Schmelzkruste, die beim Eintritt in die Atmosphäre entstand. Das auffällig helle Innere des Meteoriten tritt zudem zutage. Die Bildschärfe der bislang vorliegenden Aufnahmen reicht allerdings nicht aus, um ihn eindeutig als einen Chondriten zu identifizieren, den häufigsten aller Steinmeteoriten. Rund 80 Prozent aller beobachteten Meteoritenfälle gehen auf die sogenannten gewöhnlichen Chondrite zurück. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass es sich um eine rare Sorte von Steinmeteoriten handeln könnte, zum Beispiel einen Achondriten. Sollte sich das bestätigen, so könnten die Gesteinsbrocken vielleicht vom Asteroiden Vesta stammen.

Die American Meteor Society, die Feuerkugeln und Meteoritenfälle in aller Welt dokumentiert, listet mehr als 3000 Augenzeugenberichte auf, teilweise mit Fotos und Videos – ständig kommen weitere hinzu. Die Aufnahmen zeigen, wie die Feuerkugel über den Himmel flog und dabei immer wieder aufleuchtete und fragmentierte, da der eintretende Himmelskörper den Belastungen nicht als Ganzes standhalten konnte. Nach dem Verlöschen blieb eine Rauchspur des Boliden zurück. Sie bestand aus feinem, abgelöstem Staub und zeichnete deutlich sichtbar die Bahn der Feuerkugel am Himmel nach, bevor sie sich nach und nach auflöste.

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