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News: Wasseraufbereitung bei Affen

In einigen Ländern lernen Touristen sehr schnell, was es bedeutet, ungefiltertes Wasser zu trinken. Nun sieht es so aus, als hätten Schimpansen und Paviane in Senegal ebenfalls diese Erfahrung gemacht. Während einer Trockenperiode haben Forscher in den westafrikanischen Wäldern beobachtet, daß die Primaten in der Nähe von abgestandenen Wasserstellen Löcher in den Sand gruben. Sie tranken nur das relativ saubere Wasser, an das sie auf diese Weise gelangten. Wissenschaftler meinen, daß die Affen dieses Verhalten möglicherweise an die nächsten Generationen weitergeben werden. Ein weiterer Punkt in der immer länger werdenen Liste der Primatenkultur.
Als Flüsse und Bäche austrockneten, ignorierten Schimpansen und Paviane in westafrikanischen Wäldern die abgestandenen Teiche und gruben statt dessen in deren Nähe Löcher in den Sand. Anh Galat-Luong und Gérard Galat vom Institut De Recherche Pour Le Développement, Dakar, untersuchten die Wasserstelle und konnten darin Krankheitserreger wie Escherichia coli und Aeromonas hydrophila nachweisen. Das berichteten die Forscher im Oktober 1999 auf der Jahrestagung der Société Francophone De Primatologie in Paris. Nach Wasser zu graben, ist eigentlich nicht so ungewöhnlich, neu ist allerdings, daß die Tiere auch dann Löcher ausheben, wenn ihnen genügend Oberflächenwasser zur Verfügung steht.

Während Paviane mit den Händen gruben, nahmen Schimpansen häufig Stöcke zur Hilfe, sagt Galat-Luong. Das ist ein faszinierendes Beispiel für den Werkzeuggebrauch dieser Tiere, meint der Primatologe Richard Wrangham von der Harvard University. In anderen Teilen Afrikas benutzen Schimpansen Stöcke, um Ameisen oder Termiten aus ihrem Nest zu fischen oder Algen von Teichen zu schöpfen.

Die Forscher würden gerne noch herausfinden, ob die Tiere selber feststellen, wie ungünstig sich abgestandenes Wasser auswirken kann, und deshalb zu graben beginnen oder ob sie das Verhalten bei anderen Gruppenmitgliedern abgeschaut haben. Denn schon von einigen Verhaltensweisen ist bekannt, daß sie von Gruppenmitglied zu Gruppenmitglied weitergegeben werden, wie zum Beispiel Nüsse zu knacken oder Ameisen zu fischen.

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