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News: Wasserstoffperoxid auf Europa

Auf dem Jupitermond Europa gibt es nicht nur Wassereis und Schneematsch. Auch Wasserstoffperoxid, das auf der Erde zur Desinfektion sowie als Bleichmittel eingesetzt wird, ist dort zu finden. Wegen der hohen Strahlungsintensität hat jedes der reaktionsfreudigen Moleküle aber nur eine kurze Lebensdauer.
Das Wasserstoffperoxid verdankt seine Existenz einem Vorgang, der als Radiolyse bezeichnet wird: Energiereiche Teilchen vom Jupiter spalten ständig Moleküle auf dem Mond Europa. Aus den Bruchstücken kann sich sodann H2O2 bilden.

Die Raumsonde Galileo hat mit ihrem Spektrometer für nahes infrarotes Licht das Wasserstoffperoxid entdeckt (Science vom 26. März 1999). "Sobald das Wasserstoffperoxid gebildet wurde, zerfällt es auch schon wieder", sagt Robert Carlson, der verantwortliche Wissenschaftler für das Gerät. Die Substanz "wird entweder durch ultraviolette Strahlung zerstört oder reagiert bei Kontakt mit anderen Chemikalien." Dabei entstehen ebenfalls sehr reaktionsfreudige Hydroxylradikale, aus denen schließlich Wasserstoff- und Sauerstoffgas hervorgehen.

Außer Wasserstoffperoxid hat Galileo auf Europa noch diverse andere Verbindungen detektiert, darunter Schwefeldioxid, Wassereis, Kohlendioxid und einige Salze. Da auf der Mondoberfläche rege chemische Umsetzungen stattfinden, ist es schwierig, Aussagen über langfristige Entwicklungen zu machen. "Auf der anderen Seite ist es interessant, kurzzeitige Änderungen in der chemischen Zusammensetzung zu beobachten", sagt Carlson. "Durch das Studium der chemischen Prozesse auf Europa und den anderen Jupitermonden lernen wir, wie diese Monde mit Jupiter interagieren."

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