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News: Wasserwerfer

Wie wurde die Erde zum blauen Planeten? Ein Großteil des Wassers stammt vermutlich aus dem All und gelangte während der Anfangsstadien unseres Sonnensystems durch Kometen und Asteroiden zu uns. Gut, dass es den Jupiter gab, denn der schleuderte die wasserreichen Brocken mithilfe seines kraftvollen Schwerefeldes in Richtung Erde.
Setzt man voraus, dass etwaiges Leben auf anderen Planeten dem irdischen ähnlich ist, so kommt es nicht ohne Wasser aus. Kein Problem, schließlich gab es zumindest seit Beginn unseres Sonnensystems ausreichend wasserreiche Asteroiden und Kometen. Allerdings können sie zum einen nur auf den Planeten Meere füllen, die in einem ganz bestimmten Bereich um ihren Heimatstern kreisen, zum anderen müssen auf dieses Weise riesige Mengen von Wasser angeliefert werden.

Bei diesen Prozessen spielen die jupiterähnlichen Planeten offenbar eine ganz wesentliche Rolle. Jonathan Lunine vom Lunar and Planetary Laboratory der University of Arizona und seine Kollegen sind sich sogar sicher, dass sie Voraussetzung für die Entwicklung kohlenstoffbasierten Lebens sind. In unserem Sonnensystem verinnerlichte der Jupiter einen Großteil der Asteroiden und wuchs so zu dem Riesenplaneten, der massereicher ist als alle anderen Planeten unseres Sonnensystems zusammen.

Mit der Größe wuchs auch die Schwerkraft, und die wirkte sich schließlich auf die wasserreichen Asteroiden aus. Sie gerieten aus ihren Bahnen, kollidierten miteinander und wuchsen so bis auf Marsgröße an. Einige von ihnen wurden schließlich durch das Schwerefeld des Riesen ins Innere des Sternensystems geschleudert – und konnten hier auf die Erde treffen. Dafür sprechen nach Meinung der Forscher auch die Isotopenverhältnisse des schweren Deuteriums zum leichten Wasserstoff im Meerwasser. Sie ähneln den Verhältnissen in den Kometen Halley, Hyakutake und Hale-Bopp vielmehr als denen in der Sonne und der umgebenden Gase ( Proceedings of the National Academy of Sciences vom 30. Januar 2001).

Heute, rund 4,6 Milliarden Jahre nach der Entstehung der Planeten, sind die Asteroiden und Kometen fast vollständig verschwunden und finden sich nun eigentlich nur noch in der weiten Lücke zwischen Mars und Jupiter und im Kuiper-Gürtel am Rande des Sonnensystems. Ceres, der größte bekannte Asteroid hat einen Durchmesser von gerade einmal 940 Kilometern, vor marsgroßen Brocken müssen wir uns also längst nicht mehr fürchten. Doch das war während der frühen Stadien des Sonnensystems natürlich anders, und der Zeuge der wohl mächtigsten und folgenschwersten Kollision mit der Erde steht noch immer nachts am Himmel: der Mond. Er entstand vermutlich, nachdem ein marsgroßer Körper auf die seinerzeit etwa halb so große Erde prallte und sie bis zum Kern aufriss. Die ins All geschleuderten Trümmer vereinten sich bald zu dem Trabanten.

Mittlerweile ist längst sicher, dass es außerhalb des Sonnensystems viel mehr Planeten gibt als innerhalb. Alle bisher entdeckten Planeten gehören zu den jupiterähnlichen Riesen, die zudem in sehr engen Bahnen um ihre Heimatsterne kreisen. Denn noch kann man nur indirekt auf die Existenz eines Planeten schließen, da sie zu charakteristischen Schwankungen der Sternensignale führen, um die sie kreisen. Und diese Effekte lassen sich derzeit nur bei großen, eng um den Stern kreisenden Objekten beobachten. Erdähnliche Planeten oder solche mit weit entfernten Umlaufbahnen konnte man deshalb noch nicht aufspüren.

Diese Entfernung der Umlaufbahn eines großen Planeten wäre indes von entscheidender Bedeutung. Liegt der Riese zu nahe oder zu weit von der Sonne entfernt, würde er beim Herausschleudern wasserreicher Asteroiden womöglich den Bereich verfehlen, in dem Wasser flüssig ist und als Lebensgrundlage dienen kann. Ein Verwandter des Jupiter macht also sicherlich noch keinen blauen Planeten, er könnte aber Wesentliches dazu beitragen.

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