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Ungesundes Body-Checking: Nach dem Snacken nicht den Körper checken

Sich nach dem Essen kritisch mit der eigenen Optik zu beschäftigen, kann auch bei Frauen ohne Essstörungen Sorgen um die eigene Figur verstärken.
Eine Person in Sportkleidung betrachtet sich in einem Spiegel. Die Szene zeigt einen Raum mit einem blauen und gelben Farbschema. Die Person steht mit den Händen in die Hüften gestützt vor dem Spiegel.
Sich ständig mit dem eigenen Körper zu befassen, kann der Psyche schaden.

Sogenanntes Body-Checking – das wiederholte Kontrollieren des Gewichts oder bestimmter Körperteile – ist besonders bei Essstörungen verbreitet. Eine Untersuchung aus den Niederlanden zeigt nun, dass selbst kurzfristiges Checking-Verhalten nach dem Essen auch bei gesunden Frauen eine Art Alarmreaktion hervorrufen kann.

Für ihre Studie baten die Forschenden um Michelle Spix von der Universität Maastricht 99 Frauen, die keine diagnostizierte psychische Erkrankung hatten, zwei hochkalorische Snacks zu sich zu nehmen. Diese durften sie aus einem Angebot von Kuchenstücken und Muffins auswählen.

Anschließend wurden sie zufällig einer von drei Bedingungen zugeteilt: In der ersten Gruppe sollten die Teilnehmerinnen Körperteile vermessen, die bei Essstörungen häufig im Fokus stehen, darunter Taille und Hüfte, Oberarme und Oberschenkel. Die zweite Gruppe legte das Maßband an weniger verfängliche Körperregionen wie die Ohren und die Füße an; eine dritte Gruppe schließlich vermaß Teile eines Schreibtischs.

Nach dem Messen gaben die Probandinnen an, wie »bedrohlich« sie das zuvor verzehrte Essen fanden. Das Ergebnis: Wer Körperteile ausgemessen hatte, stufte Muffins und Kuchen als gefährlicher ein. Dabei war es egal, ob Regionen wie Taille und Hüfte oder eigentlich irrelevante Bereiche wie die Füße vermessen worden waren.

Anscheinend, so die Forschenden, signalisiere jede Art von Kontrollverhalten in Bezug auf den Körper, dass man seine Figur in Gefahr gebracht haben könnte. Dies würde erklären, warum vermehrtes Body-Checking so eine große Rolle bei Essstörungen spielt.

  • Quellen
Appetite 10.1016/j.appet.2025.108307, 2026

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