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News: Weibliche Unregelmäßigkeiten

Eine altbekannte Form der Familienplanung orientiert sich am Menstruationszyklus der Frau. Je nachdem werden die fruchtbaren Tage gemieden oder herbeigesehnt. Doch wer auf diese Weise verhüten will, sollte sich in Acht nehmen. Die Methode ist nämlich noch viel unzuverlässiger, als man bisher dachte.
Für manche Paare sind die Forschungen von Allen Wilcox vom National Institute of Environmental Health Sciences in Durham, North Carolina, und seinen Kollegen längst ein alter Hut. Ihnen muss keiner mehr sagen, wie wenig sich der weibliche Menstruationszyklus für die Empfängnisverhütung eignet. Viele Jahrzehnte hieß es, dass Frauen mit einem 28-tägigen Menstruationszyklus nur zwischen dem zehnten und dem 17. Tag nach Einsetzen der Regelblutung fruchtbar sind, und seit Jahrzehnten plante man zu dieser Zeit den Beischlaf – oder ließ es sein, je nachdem.

Ob die Familienplanung den Nachwuchs vorsieht oder nicht, Paare sollten sich niemals auf diese, nach zwei Gynäkologen benannte Knaus-Ogino-Methode verlassen. Zu diesem Ergebnis kommen Wilcox und seine Kollegen erwartungsgemäß, nachdem sie die Bemühungen um eine Schwangerschaft von 213 Frauen im Alter von 24 bis 35 Jahren verfolgten. Durch die tägliche Untersuchung von Urinproben konnten sie den exakten Zeitpunkt des Eisprungs ermitteln und anschließend mit den Angaben zur Monatsblutung und zur sexuellen Aktivität vergleichen.

Insgesamt analysierten die Forscher 696 Menstruationszyklen, von denen 62 Prozent in eine Schwangerschaft mündeten. Doch nur bei 30 Prozent der Frauen entsprachen die fruchtbaren Tage denen, wie sie von Knaus und Ogino vorhergesagt werden. Mindestens jede zehnte Frau war zwischen dem sechsten und dem 21. Tag empfängnisbereit, und immerhin sechs Prozent der Frauen waren dies noch am letzten Tag vor Einsetzen der Regelblutung (British Medical Journal vom 18. November 2000).

Der Beginn der fruchtbaren Phase liegt demnach schon bei etwa fünf Tagen vor dem Eisprung, der allerdings auch bei Frauen mit regelmäßigen Menstruationszyklen viel unpünktlicher erfolgt als bisher angenommen. Wer sich also auf die fruchtbaren Tage freut, muss es mit dem Zeitpunkt nun nicht mehr so genau nehmen. Wer indes den ungewünschten Nachwuchs fürchtet, sollte sich tatsächlich in Zukunft anderer Verhütungsmethoden bedienen.

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