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Sternentwicklung: Weisen Super-Supernovae den Weg zu Quarksternen?

Krebsnebel
Einige Supernovae leuchten hundertmal stärker als normale Sternexplosionen. Kanadische Forscher mutmaßen, dabei könne es sich um die Entstehung von einer neuen Art von kompakten Objekten handeln, den Quarksternen.

Je nach Masse der Vorläufersonne entsteht bei der Supernova-Explosion ein Schwarzes Loch oder ein Neutronenstern. In letzteren sind durch den enorm hohen Druck wegen der eigenen Schwerkraft Protonen und Elektronen zu einem "Ausweichmanöver" gezwungen: Sie verschmelzen zu Neutronen. Dabei entsteht eine kompakte Sternleiche von meist weniger als 30 Kilometern Durchmesser.

Ist deren Masse jedoch für diesen Materiezustand noch zu hoch, könnte eine weitere Umwandlung erfolgen, so die gängige Theorie. Ihr zufolge hören die Neutronen auf, als "Paket" aus drei Quarks zu existieren. Ihre Bestandteile können noch enger zusammenrücken, und ein Stern, der nur noch aus Quarks besteht, wäre – bei gleicher Masse – um rund ein Viertel kleiner und stabiler.

Denis Leahy und Rachid Ouyed von der University of Calgary äußerten jetzt den Verdacht, es könnte sich bei drei ganz besonders hellen Explosionen um "Quark-Novae" handeln, der Umwandlung von Neutronen- in Quarksterne. Dabei wird extrem viel Energie frei, welche die schon zuvor bei der eigentlichen Sternexplosion entstandene Gashülle so stark erhellt, dass ihr zweites, stärkeres Aufleuchten dann auch in weit entfernten Galaxien – wie im Fall der Supernovae 2005ap, 2005gj und 2006gy – beobachtet werden kann.

Die Astronomen räumen ein, dass auch andere Erklärungen für die Helligkeit der Super-Supernovae möglich sind. Die gezielte Beobachtung weiterer solcher Ereignisse soll Klarheit schaffen. (dre)

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