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Sternentwicklung: Weißer Zwerg im Sauerstoff

In Daten des Sloan Digital Sky Survey haben Forscher einen Vertreter der Sternart entdeckt, dem die Außenhülle aus leichten Elementen abhandengekommen ist. Der erste Nachweis der Existenz solcher Sterne.
Doppelsternsystenm aus einem heißen Unterzwerg und einem Weißen Zwerg

Gewöhnlich endet ein Stern, nachdem all sein Brennstoff ausgegangen ist, entweder als Supernova oder – viel häufiger – als Weißer Zwerg. Diese Überbleibsel relativ leichter Sterne sind in etwa so klein wie die Erde, aber immer noch vergleichbar schwer wie die Sonne. Ihre Außenschicht besteht aus Helium und einem Rest Wasserstoff. Im Kern finden sich als schwerste Elemente Kohlenstoff und Sauerstoff. Nun aber haben Forscher um S. O. Kepler von der Universidade Federal do Rio Grande do Sul in Porto Alegre, Brasilien, einen Weißen Zwerg entdeckt, dessen Atmosphäre nahezu vollständig aus Sauerstoff besteht. Theorien zur Existenz dieses Sternentyps gab es bereits. Mit der Entdeckung des Sterns namens SDSSJ1240+6710 in den Daten der Himmelsdurchmusterung im Sloan Digital Sky Survey hat man aber erstmals einen Vertreter ausfindig machen können.

Die ungewöhnliche chemische Zusammensetzung deutet darauf hin, dass sich die äußeren Schichten aus Wasserstoff, Helium und Kohlenstoff während der Entstehung des Weißen Zwergs "gewaltsam" verabschiedet haben. Auffällig ist auch der Fund von Silizium im Spektrum des Sterns. Er legt nahe, dass der Verbrennungsvorgang schon so weit fortgeschritten ist, dass selbst Sauerstoff verheizt wird. Allerdings würde man dann erwarten, dass der Stern zu einem Neutronenstern kollabiert, was offensichtlich nicht geschehen ist.

Eine Erklärung wäre, dass sich die Masse des Sterns genau vor der Grenze befindet, jenseits derer er zum Neutronenstern würde. Eine andere bringt einen zweiten Stern und damit ein binäres System ins Spiel. In jedem Fall ist diese Art der Sternentwicklung äußerst selten. SDSSJ1240+6710 ist unter den 32 000 bekannten Exemplaren der einzige Weiße Zwerg seiner Art.

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