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Sonnensystem: Weiterer Neptun-Trojaner entdeckt

Scott Sheppard von der Carnegie-Institutin und Chadwick Trujillo vom Gemini-Observatorium haben einen vierten trojanischen Asteroiden in der Umlaufbahn von Neptun gefunden. Damit sind nur vier dieser Objekte für den Planeten bekannt. Um Jupiter konnten Wissenschaftler inzwischen über 2000 nachweisen.

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Trojaner | Während von Jupiter schon über 2000 Trojaner bekannt sind, bringt es Neptun erst auf vier. Die stark geneigte Umlaufbahn eines neuen Kandidaten lässt jedoch vermuten, dass auch dort eine ganze Wolke dieser Brocken aus Gestein und Eis unterwegs ist. Sie sind in den Librationspunkten gefangen, in denen sich die Kräfte von Sonne und Planet auf die kleineren Objekte aufhebt.
Trojaner sind Brocken aus Gestein und Eis, mit einem Durchmesser von weniger als 300 Kilometer, die in ihrer Zusammensetzung den Asteroiden anderer Populationen wie den Kuipergürtel-Objekten gleichen. Sie umkreisen die Sonne auf derselben Bahn wie ihr Planet, allerdings um etwa sechzig Grad versetzt vor oder hinter ihm. An diesen Librationspunkten heben sich die die von dem Planeten und der Sonne auf den kleineren Körper auf und fixieren ihn so quasi in dieser Position.

Während der deutsche Astronom Max Wolf bereits 1906 den ersten Trojaner von Jupiter entdeckte, dauerte es bei Neptun erheblich länger, die angesichts der Entfernung nur schwer aufzuspürenden Brocken auch für Neptun nachzuweisen: Erst 2001 wurde der erste davon identifiziert, 2004 und 2005 lieferten Sheppard und Trojillo die nächsten.

Der letzte im Bunde weist im Vergleich zu den anderen einen merkwürdig geneigten Orbit auf, der die Vermutung unterstreicht, dass Neptun ähnlich wie Jupiter von einer regelrechten Wolke dieser Objekte umgeben ist. Da die vier Begleiter von Neptun zudem alle dieselbe Farbe – ein blasses Rot – aufweisen, gehen die Forscher davon aus, dass sie einen gemeinsamen Ursprung haben.
17.06.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 17.06.2006

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