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Neurodegenerative Krankheiten: Weiteres Parkinson-Gen entdeckt

Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam um Thomas Gasser vom Hertie Institut für klinische Hirnforschung am Universitätsklinikum Tübingen hat ein für die Vererbung der Parkinson-Krankheit verantwortliches Gen entdeckt.

Patienten, bei denen das Produkt dieses Genes, das Eiweiß LRRK2, auf Grund einer Mutation nicht richtig gebildet wird, leiden an klinischen Symptomen der Parkinson-Erkrankung wie etwa Bewegungsstörungen. Die Mehrzahl aller Parkinson-Erkrankungen seien allerdings nicht auf die nun gefundene Mutation des Erbgut zurückzuführen, so der Wissenschaftler. Nur selten gebe es Familien mit mehreren erkrankten Angehörigen. Solche Fälle können durch vererbare Parkinson-Auslöser bedingt sein.

Insgesamt sind laut Gasser nun fünf Gene bekannt, die bei der Parkinson-Krankheit eine Rolle spielen. Laut Gasser müssten wahrscheinlich mehrere Genveränderungen zusammen kommen, um die Erkrankung auszulösen.

Die Entdeckung könne dennoch helfen, neue Therapien oder eine Vorbeugung gegen die Parkinson-Krankheit zu entwickeln. LRRK2 (Leucin Rich Repeat Kinase 2), dessen eigentliche Funktion noch nicht bekannt ist, kommt nach Meinung der Wissenschaftler vielleicht auch eine zentrale Rolle bei der Entstehung anderer neurodegenerativen Erkrankungen neben Parkinson zu.

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