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News: Weizengene im Reis

Die gentechnische Veränderung unserer Grundnahrungsmittel schreitet weiter voran. Beim Weizen ist die Beschaffenheit des Endosperms - des stärkehaltigen Teils des Weizenkorns - für die Verarbeitung besonders wichtig. Eine weichere Textur des Korns verbessert die Mehlqualität, reduziert die Mahlkosten und ist leichter verdaulich. Wisssenschaftler haben lange vermutet, dass zwei Gene für die Variation der Kornhärte beim Weizen verantwortlich sind. Sie haben jetzt diese beiden Weizengene in Reis eingebaut und damit weichere Reiskörner erhalten.
Die Härte des Korns hat einen direkten Einfluss auf die Mahl- und Backeigenschaften des Weizens. Weiche Weizenkörner benötigen weniger Energie zum Mahlen, die Anzahl der beschädigten Stärkekörnchen ist geringer und das Mehl wird wesentlich feiner. Die Basis für die Variation der Kornhärte wird von Genen gelegt, die für zwei Proteine – Puroindolin A und B genannt – codieren.

Michael Giroux und Konduru Krishnamurthy von der Montana State University fügten nun die Gene pinA und pinB in Reis ein. Reis ist, ebenso wie Mais, von Natur aus frei von Puroindolinen. Die Analyse der Körner der so entstandenen transgenen Pflanzen ergab, dass die Expression von pinA und pinB die Härte der Reiskörner reduzierte. Das Mehl dieser Reiskörner zeigte nach dem Mahlen weniger beschädigte Stärkekörner und die Mehlpartikel waren sehr viel feiner. Außerdem wurde zum Mahlen 30 Prozent weniger Druck benötigt.

Die Härte von Mais- und Reiskörnern schränkt ihren Einsatz in der Lebensmittelindustrie stark ein. Ein weicheres Reiskorn könnte – nach Ansicht der Wissenschaftler – die Einsatzmöglichkeiten von Reismehl in industriell gefertigten Lebensmitteln stark erweitern.

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