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Mahlzeit: Weltraumtechnologie für besseren Schinken

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Was für Raumfahrer gut ist, kann auch für spanischen Schinken nicht schlecht sein, dachten sich wohl die Herrschaften des Technik-Transfer-Programms der ESA: Ursprünglich entwickelt, um die Flüssigkeitsverlagerung in Astronautenkörpern während eines Raumflugs zu ermitteln, wird ein Messinstrument nun für die Qualitätskontrolle vom hoch geschätzten "Jamón" eingesetzt.

Auch wenn erfahrene Schinkenexperten mit einem bloßen Blick, einer kurzen Berührung und natürlich am Geruch feststellen können, ob ein gutes Stück Schweinefleisch des Wortes "Jamón" überhaupt würdig ist, tun sie sich schwer, den exakten Wassergehalt darin zu bestimmen. Und letzterer ist unglücklicherweise eines der wichtigsten Qualitätskriterien. Dieses Dilemma konnte der spanische Schinkenproduzent Esteban Espuña nun mit freundlicher Unterstützung der ESA lösen, indem sie die Weltraumtechnik an seine Bedürfnisse anpassten.

Guter Schinken, schlechter SchinkenLaden...
Guter Schinken, schlechter Schinken | Ursprünglich entwickelt, um die Flüssigkeitsverlagerung in Astronautenkörpern während eines Raumflugs zu ermitteln, wird das Messinstrument nun für die Qualitätskontrolle vom hoch geschätzten spanischen "Jamón" eingesetzt.
Das begehrte Instrument überwacht und misst normalerweise minutiös die Drift von Körperflüssigkeiten in Astronauten in der Schwerelosigkeit. Dafür wird ein niedriger elektrischer Strom an diese angelegt und an anderer Stelle abgegriffen, um daraufhin den elektrischen Widerstand zu analysieren. Dasselbe widerfährt nun auch dem Schinken in Espuñas Firma. Fleisch, das den Kriterien nicht genügt, wird automatisch aus der Produktionsstrecke entfernt – für gekochten Schinken ist es noch gut genug.

Auf Grund der verbesserten Geschwindigkeit und Effizienz der anspruchsvollen Qualitätskontrolle genieße der Kunde nicht nur hochwertigeren Schinken, sondern auch niedrigere Preise. Aber auch Señor Espuña dürfte sich freuen: Seine Gewinne steigen durch die neue Technik um satte drei Prozent pro Jahr. (mp)
17.09.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 17.09.2008

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